Messe Nr. 2 e-Moll, WAB 27 (1866, 1882)

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Messe Nr. 2 e-Moll, WAB 27 (1866, 1882)
Achtstimmiger gemischter Chor und Blasorchester

Es gibt zwei Fassungen von Bruckners Hand: die 1. aus 1866 und die zweite aus 1882. Die 2. Fassung weist vor allem Phrasendehnungen bzw. -verkürzungen auf zwecks Erzielung einer geradzahligen Periode, wodurch sich die Anzahl der Takte der einzelnen Sätze meistens geringfügig geändert hat (Kyrie 115 - 117, Gloria 190 - 193, Credo 216 - 225, Sanctus 50 - 51, Benedictus 83 - 92 und Agnus Dei 73 - 75 Takte - die 2. Fassung ist also etwas länger). Auch sind manche Tempobezeichnungen in der 2. Fassung langsamer - so hat das Kyrie in der Urfassung Alla breve gegenüber 4/4 und Feierlich in der 2. Fassung, das Credo hat Allegro gegenüber Allegro moderato und das Sanctus Alla breve gegenüber 4/4 und Ruhig; mehr langsam. Insgesamt sind aber die Unterschiede klein und fallen ohne Partitur kaum auf. In der Aufführungspraxis spielt die 1. Fassung keine große Rolle; es gibt bisher keine einzige kommerzielle Aufnahme (nur eine Schulaufführung unter Hausreither). 


Erstdruckausgabe:
Doblinger (1896)
Es handelt sich hierbei um eine Bearbeitung von Bruckners Partitur möglicherweise durch Franz Schalk, die nicht von Bruckner abgesegnet wurde. Es gibt viele Abweichungen, die anscheinend darauf abzielen, Bruckners Originalität mit dem damaligen Geschmack in Einklang zu bringen und manchen Stellen ihre - von Bruckner beabsichtigte - Schroffheit zu nehmen (Hinweis dankenswerterweise von Ken Ward). Die wichtigsten Änderungen betreffen den gelegentlichen Einsatz einer Orgel (z.B. am Schluss des Gloria), die Orchesterbegleitung des a-cappella-Teils des Sanctus, den Zusammenfall von Chor und Orchester beim fff im Sanctus (bei Bruckner setzt das Blech einen Takt früher ein), und die letzte Viertelnote des Agnus Dei wird zu einer vollen Note. Anscheinend kursieren auch heute noch Mischpartituren, die manche dieser Eigenheiten übernommen haben. 

1. Fassung:
NGA XVII/1 (Nowak, 1977)

2. Fassung:
Erstdruck 1896 Doblinger
AGA XIII (Haas/Nowak, 1940 u. 1949)
NGA XVII/2 (Nowak, Reprint der Haas-Ausgabe, 1959)

Van Zwol Bruckner-Diskografie 688ff.




 




Die Aufnahmen im historischen Überblick
Es gibt deutliche Anzeichen, dass Bruckners Tempobezeichnungen in der 2. Messe die Frucht sehr bestimmter Vorstellungen beim Komponisten sind. Als er in den 1870er und 1880er Jahren die Messe erneut durchging und Änderungen vornahm, versah er einzelne Sätze mit einer langsameren Tempobezeichnung (s. oben), und während der Vorbereitungen für die Uraufführung der 2. Fassung gab es eine Diskussion zwischen Bruckner und dem Dirigenten über die Tempowahl des Sanctus: offenbar schwebte Bruckner gerade bei diesem heiklen Satz ein so langsames Tempo vor, dass der Dirigent Intonationsschwierigkeiten für den Chor befürchtete - Bruckner lenkte ein und gab sich mit einem etwas weniger langsamen Tempo zufrieden. Bei einigen neueren Einspielungen, die manche Sätze der Messe sehr schnell singen lassen, scheint es also berechtigt, hier vorsichtige Bedenken anzumelden. Trotz Bruckners Sorgfalt bei der Wahl der Tempi gehen die schnellste und die langsamster Aufnahme der 2. Messe weit auseinander: Die schnellste Aufnahme hat bisher Martini (1974) mit 29'04 hingelegt (Hausreither mit 28'02 benutzt die 1. Fassung), die langsamste stammt von Rilling (1966) mit 43'50; die meisten Aufnahmen bewegen sich zwischen 33' und 38'.

Auch in einem anderen Punkt ist Bruckners Partitur sorgfältig aufgebaut, nämlich in Bezug auf dynamische Vorschriften, die prominent anwesend sind. Die Messe bewegt sich fortwährend zwischen den beiden Extremen ppp und fff und modelliert so den Chorklang. Bei einer adäquaten Interpretation müssen diese Zeichen befolgt werden - was sich allerdings besonders bei schnelleren Tempi schwerer realisieren lässt. 

Eine andere Besonderheit von Bruckners Partitur ist, dass, wie bei der Missa solemnis und der d-Moll-Messe und anders als bei der f-Moll-Messe, die Eingangssätze des Gloria und des Credo - "Gloria in excelsis Deo" bzw. "Credo in unum Deo" - nicht mitkomponiert sind. Man muss dabei bedenken, dass in der katholischen Messtradition es der Priester ist, der diese beiden Sätze spricht bzw. singt, in einem der gregorianischen Modi. Dass Bruckner beide Sätze nicht komponierte, lässt den Schluss zu, dass die d-Moll- und die e-Moll-Messe in erster Linie für den liturgischen Gebrauch gedacht waren und Bruckner die einleitenden Sätze von Gloria und Credo also nicht zu komponieren brauchte. Bei einer Konzert-Aufführung der Messe oder einer Aufnahme müssen beide Sätze aber gesungen werden, etwa von einem der Sänger des Chores, oder von einer Gruppe von Sängern. Auffällig ist, dass die ältesten Aufnahmen der Messe diese Sätze fortlassen, also Berberich (1931), Rehmann (1936), Thurn (1938), aber auch Forster (1956), Jewell (1960er?), Martini (1971), Mehta (1976), Melles (1978), Ortner (1979), Rögner (1988), Klava (1991), Polyansky (1997) und Balatsch (2000). Vielleicht ist das ein Relikt einer früheren Aufführungspraxis, oder es geschieht aus Unkenntnis.

Manche Unterschiede zwischen den Interpretationen beruhen auf einem gewandelten musikalischen Geschmack. Während sich bei den älteren Einspielungen ein starker Gebrauch von Vibrato und Portamento bemerkbar macht, wird in den letzten Jahrzehnten zunehmend eine "saubere" Intonation, ein "reines" Singen gefordert, manchmal mit der Begründung, dass das "objektiver" wäre. Unsere moderne technisierte und digitalisierte Kultur steht Vibrato und Portamento kritisch gegenüber und empfindet das Portamento sogar als "süßlich". Bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts empfand man anders, sah man Vibrato und Portamento als Stilmittel, die man bewusst einsetzte, um Emotionen auszulösen, nicht um, wie später böse Zungen behaupteten, eine mangelhafte Intonation zu vertuschen. Letztendlich ist der heutige reinere Klang, der glasklar ist aber gleichzeitig distanziert und kühl wirkt, ebenso zeitgebunden wie der Gebrauch seinerzeit von Portamenti. 

Dies gilt es zu bedenken, wenn man sich die frühen Aufnahmen der e-Moll-Messe anhört. Die früheste, von Odermatt (1930) stand leider nicht zur Verfügung, wohl aber die von Berberich (1931); leider hat dieser offenbar nicht alle Sätze aufgenommen. Gewöhnungsbedürftig sind manche Abweichungen von der Haas- oder Nowak-Partitur, die sich z.T. auf den Gebrauch der Schalk-Partitur zurückführen lassen. So wird im Gloria das Allegro des Schlussteils nicht nur sehr langsam gesungen, sondern auch von der Orgel, die in dieser Partitur nichts zu suchen hat, untermalt. Im a-cappella-Teil des Sanctus wird der Chor diskret vom Orchester begleitet, und während Bruckner das fff beim Orchester einen Takt früher als beim Chor einsetzen lässt, lässt Berberich beide zusammenfallen (T. 27), wodurch der Fluss der Musik geglättet wird - ein Phänomen, das man auch aus manchen Erstausgaben von Bruckners Symphonien kennt. Besonders im Benedictus fällt das Emphatische dieser Interpretation auf: es wird, wie die anderen Sätze auch, sehr langsam gesungen (mit 07'15 ist es fast die langsamste aller Einspielungen), manche Silben werden sehr nachdrücklich betont, und besonders bei langen Noten fallen Portamenti an. Dadurch gerät das Ganze für uns an die Grenze zum Sentimentalen. Beim "Hosanna" (T. 83) setzt die Orgel mit vollem Spiel ein, was nicht ohne Klangverzerrungen abgeht.

Rehmann (1936) und Thurn (1938) sind etwas schneller als Berberich, aber für unser Gefühl dennoch langsam. Beide weisen z. T. dieselben kleinen Abweichungen von der Partitur auf, etwa der Orchesterzusatz in T. 22/23 des Kyrie. In beiden Aufnahmen sind Vibrato und Portamento reichlich vorhanden. Rehmanns Interpretation ist stark der Romantik verpflichtet: Der Dirigent kann eigenmächtig mit der Partitur schalten und walten, starke Verzögerungen und Beschleunigungen des Tempos gehören ebenso dazu wie Abänderungen in der Begleitung; so erklingt im Sanctus von Anfang an leise das Orchester zur Unterstützung des Chores, und nach dem Schlusstakt des Chores (T. 51) klingen die Bläser leise aus, was auf die Schalk-Partitur zurückgeht. Die Wirkung der meisten Änderungen ist die Steigerung der Ausdruckskraft in Richtung Pathos, ja gar Larmoyanz - man höre sich mal das Kyrie oder das Benedictus an! Die letzte Viertelnote des Agnus Dei wird viel zu lange angehalten, um so ein gefühlvolles Ausschwingen der Messe zu ermöglichen - auch das geht auf Schalk zurück. Das Singen ist äußerst expressiv, es ist eine inspirierte Einspielung, wenn auch nicht ohne einige kleine Unvollkommenheiten, die damals anscheinend bei der Kritik ebenso wenig ins Gewicht fielen wie die Partituränderungen (vgl. die beiden Rezensionen in The Gramophone von 11/1938 und 1/1939!). Heutzutage wäre Perfektion mindestens so wichtig wie Inspiration... Trotzdem ist diese Aufnahme nur noch als historisches Dokument genießbar, und das hat nicht nur mit ihrer technischen Unzulänglichkeit zu tun.

Ähnliches gilt für die Aufnahme von Thurn (1938). Auch hier gibt es Eingriffe in das Notenbild: im Kyrie z.B. in T. 22/23, im Gloria sind neun Takte (95-103) gestrichen worden, im Credo wird nach T. 92 ein Extra-Takt eingefügt, vielleicht weil hier die Schellackplatte zu Ende war und man einen Übergang schaffen wollte, im Agnus Dei wird in T. 35 der Text unterschlagen und die Begleitung geändert, um einen gefühlvollen Übergang zu schaffen, und auch Thurn nimmt, wie Rehmann, die letzte Viertelnote viel zu lang. Decrescendi und Retardierungen sorgen immer wieder für Bewegung. Wiederholt fallen effektvolle Kurzpausen auf, etwa bei "qui tollis peccata - mundi". Wie bei Berberich und Rehmann heißt die Parole Emphase. Schon der Anfang des Kyrie macht dies deutlich. Im Gloria sind 9 Takte (95-103) gestrichen worden. Der Chor singt behutsam und einfühlsam, die dynamischen Zeichen werden relativ sorgfältig befolgt (nur ppp und pp sind zu laut). Während die meisten Sätze eher langsam gespielt werden, gehört das Sanctus mit 01'57 zu den schnellsten - um Intonationsprobleme aus dem Wege zu gehen? Leider bleibt das Orchester etwas unterbeleuchtet - ist eben nur Begleitung. In der Gramophone kam Thurn etwas schlechter weg als Rehmann; auch damals fand man, dass der Chor etwas weich und sentimental singe und wies darauf hin, dass es sich eben um einen Opernchor handle.

1940 erscheint die Haas-Nowak-Ausgabe der Partitur. Fast zwanzig Jahre vergehen nach Thurn, bevor die Einspielung Forsters (1956) erscheint -interpretatorisch und aufnahmetechnisch ein enormer Sprung. Die Interpretation strahlt Kraft und Festigkeit aus, kümmert sich freilich erst in zweiter Instanz um Nüancen. Die Dynamik spielt eine untergeordnete Rolle, pp kommt kaum vor; als Beispiel können die Takte 78-87 im Gloria gelten, wo Bruckner nacheinander p - pp - f - ff - p notiert, was in der Aufnahme völlig untergeht. Der Gesamteindruck bleibt trotzdem überzeugend: Ein strahlender Chor, eine gute Balance mit dem Orchester und eher zügige Tempi machen die Aufnahme zu einem Erlebnis. Der Klang ist stellenweise hallig, wodurch z.B. im Credo wegen des relativ hohen Tempos einige Details untergehen.

In den 1960er Jahren erscheinen die Aufnahme von Gillesberger (1964) und die erste von Rilling (1966). Gillesberger lässt den Chor noch mit viel Vibrato singen; manche Einsätze wirken unsicher. Es ist ein kleiner Chor, der wenig Monumentalität entwickeln kann; trotzdem ist, anders als bei Forster, die Spannweite zwischen ppp und fff groß. Ein schönes Beispiel für die Möglichkeiten des Chores bietet das Sanctus, dessen Achtstimmigkeit in einem langen Crescendo vom p zum fff durchsichtig bleibt. Das Orchester spielt nicht als selbständige Größe, sondern passt sich dem Chor an, lässt aber dennoch schöne Klangmischungen hören. Die Tempi sind durchschnittlich. Rillings Aufnahme aus 1966 ist dagegen mit 43'50 die langsamste, die je erschienen ist. Wo bei Gillesberger die Beweglichkeit eines kleinen Chores auffällt, imponiert bei Rilling der Chor durch das Gefühl der Monumentalität, das er vermittelt und das durchaus Bruckners Klangvorstellungen entsprochen haben dürfte; die langsamen Tempi steigern diese Wirkung. Das Kyrie etwa klingt richtig "feierlich", so wie der Komponist angegeben hat, und das Agnus Dei kann wunderbar ausklingen. Die Kehrseite ist etwas weniger Flexibilität in der Klanggestaltung, dafür aber dürfte die Monumentalität Bruckners Klangvorstellungen entsprochen haben. Der Chor ist stimmgewaltig,  wirkt allerdings in sehr hohen Lagen manchmal etwas instabil. Die jüngere Aufnahme von Rilling (1997) verdient den Vorzug.

Aufnahmen der 2. Messe außerhalb Europas sind, anders als bei den Symphonien, selten; diejenigen die es gibt, stammen, soweit ersichtlich, alle aus den USA. Jenkins führte die Messe 1966 mit einem nicht-professioneelen Universitätschor und -orchester auf, und die Aufführung wurde auf LP aufgezeichnet - leider mit einer unbefriedigenden Aufnahme- und Produktionstechnik, wodurch ein Hörgenuss ausbleibt: Die Aufnahme ist sehr direkt, die Akustik ist grausam, wodurch die Musik kalt und wenig räumlich klingt, und nach jedem Satz brutzelt ein Echo nach, das fast in den nächsten Satz hineingeht. Der Chorklang ist eher grob, nicht homogen und an kniffligen Stellen (etwa gleich zu Anfang des Kyrie) auch nicht sauber; die Orchestereinsätze wirken oft plump oder disparat und sind manchmal einfach falsch. Der - nicht-professionelle - Chor singt mit starkem Vibrato (manchmal lässt sich nicht entscheiden wo das Vibrato aufhört und die stimmliche Unsicherheit übernimmt), die Aussprache des Latein verrät den englischsprachigen Hintergrund. Die Dynamik der Aufnahme ist nicht befriedigend; die Unterschiede zwischen pp und fff sind zu klein, das fff z.B. im Sanctus klingt wie ein f (wie in der Erstdruckpartitur vorgeschrieben!); hinzu kommt, dass das Orchester regelmäßig den Chor überstimmt.  Alles in allem wirken weder die Interpretation noch die Aufnahme subtil, alles klingt außerdem ziemlich ähnlich, Bruckners Klangregie verpufft an den Unzulänglichkeiten der Interpreten wie der Aufnahmetechniker. Die benutzte Partitur ist vermutlich Haas bzw. Nowak, aber mit einigen Abweichungen aus der Erstdruckpartitur, wie etwa der Schlussakkord des Agnus Dei, der, bei Bruckner nur eine Viertelnote, hier zweieinhalb Takte umspannt. - Ohne Datum ist die Aufnahme von Jewell; vermutlich stammt sie aus den 1960er oder dem Anfang der 70er Jahre, wozu sowohl der Aufführungsstil mit ziemlichem Vibrato wie der Gebrauch einer retuschierten Partitur passen würden. Die Abweichungen von der Partitur betreffen einerseits relative Kleinigkeiten wie manchmal eine andere Verteilung der Textsilben über die Noten (z.B. im Kyrie), andererseits aber auch regelrechte Eingriffe in die Eigenart des Werkes. So wird die A-Cappella-Einleitung des Sanctus mit Holzbläserbegleitung gesungen, und in Takt 27 setzt das Blech gleichzeitig mit dem Chor ein (und nicht einen halben Takt früher, wie Bruckner verlangt). Das sind Merkmale der Wöss-Partitur, auch die Schlussnote auf "cis" von "pacis" wird zu lange angehalten, der Wöss-"Nachschlag" der Bläser fehlt dann aber bei Jewell, der anscheinend eine eigene Version von Wöss benutzt. Auch im Benedictus und im Agnus Dei weicht Jewell in Details von der Bruckner-Partitur ab: Einsätze einzelner Stimmen verschieben sich, die Dynamik wird freier gehandhabt, auch die Orchesterbegleitung hat Retuschen erfahren, und im Agnus Dei weisen u.a. das fehlende "nobis" in Takt 35 und die zu lange Schlussnote auf Wöss hin. Ansonsten wird hier eine respektable Interpretation geboten, das Orchester begleitet gut, der Gesang des (relativ kleinen?) Chores ist transparent und auf hohem Niveau, nur die Bässe sind im Gesamtklang etwas wenig präsent. Der Chorklang ist weich, vielleicht begünstigt durch das Vibrato. Dadurch wirkt etwa das "Crucifixus" im Credo, das wirklich ppp gesungen wird, sehr eindringlich, das "Et resurrexit" dagen eher zahm, wie die lyrischen Passagen überhaupt mehr überzeugen als die dramatischeren und schnelleren, die etwas flach bleiben. 

In den 1970er Jahren steigt das Interesse für die 2. Messe sprunghaft, es gibt nicht weniger als zwölf Einspielungen aus dieser Zeit. Gönnenweins (1970) Tempi sind eher beschaulich, ohne langsam zu werden, sein Chor, obgleich er relativ klein sein dürfte, produziert einen vollen, bewegenden Klang, der dennoch durchsichtig bleibt, trotz eines gelegentlichen Vibratos. Die Qualitäten dieser Aufnahme lassen sich am achtstimmigen Sanctus feststellen, bei dem alle Stimmen zu verfolgen sind. Das Orchester ist prominent anwesend, ohne den Chor zu überstimmen. Es ist eine homogene Interpretation aus einem Guss, die ohne Extravaganzen auskommt - wohltuend! Die Aufnahme von March (1970, wie Jenkins und Jewell eine amerikanische Aufnahme) ist ein Konzertmitschnitt; bei ihm wirkten zwei nicht-professionelle Chöre mit, die engagiert singen, aber manche der Einsätze sind ungleich, die Intonation ist oft nicht lupenrein, und ein starker Gebrauch des Vibratos macht sich bemerkbar. Was die Dynamik angeht, klingen ppp - pp - p in etwa gleich stark (man vergleiche etwa im Credo die Takte 79-93). Dennoch ist nicht der Chor der Schwachpunkt in dieser Aufnahme, sondern die Orgel, die hier den Part des Orchesters übernimmt - keine glückliche Wahl. Auch zu Bruckners Lebzeiten wurde die Messe manchmal mit Orgelbegleitung aufgeführt, etwa am 3.7.1886 in Leipzig, und auch da wurde bemängelt, dass die Orgel vom Klang her nicht in der Lage sei, das Orchester adäquat zu ersetzen (einige der Rezensionen werden auszugsweise wiedergegeben in Van Zwols Bruckner-Biografie, S. 411f.) Das Blasorchester gibt Bruckners Partitur eine ganz eigene Klangfarbe, die man in der Aufnahme von March schmerzlich vermisst. Ob es an der Transkription Vinzenz Gollers liegt oder (auch) an der Registerwahl und dem etwas hölzernen Spiel des Organisten, lässt sich schwierig entscheiden - auf alle Fälle bringt sie die Interpretation um. Sowohl in bezug auf die Klangfarben wie auf die Ausdruckskraft enttäuscht die Begleitung, die außerdem etwas willkürlich mit dem Original umgeht; oft sind schnelle kurze Bläsernoten durch lange Orgelakkorde ersetzt  oder begleitet die Orgel den Chor da, wo Bruckner keine Begleitung vorgesehen hat. Im Sanctus realisiert die Orgel, anders als bei Bruckner vorgesehen, das fff gleichzeitig mit dem Chor und bringt so die Stelle um ihren herben Effekt.

Jochums Einspielungen sowohl von Bruckners Symphonien wie von seinen Chorwerken waren lange Zeit mit einem Nimbus umgeben; im historischen Überblick gilt es, diese Haltung etwas zu differenzieren. Jochums Zugriff auf die Musik ist nicht analytisch, sondern synthetisch; er entwickelt einen Gesamtklang und evoziert hier (1971) in der Messe, wenn man so will, ein religiös-mystisches Erleben. Dazu passen die langsamen Tempi; für die Messe braucht Jochum 43'02 und ist damit kaum schneller als Rilling. Jochums Sicht auf diese Musik zeigt sich z.B. beim "Et incarnatus est" im Credo, wo in seiner Interpratation die Musik ein stimmungsvolles Äquivalent zu dem mystischen Geheimnis des Textes ist. Gelegentliche dramatische Effekte (etwa im Credo) werden nicht gescheut, dynamische Zeichen werden überzeugend umgesetzt. Die Aufnahme produziert einen warmen und satten Chor- und Orchesterklang, besonders in den Tiefen; das hat allerdings auch seine Kehrtseite - der Klang der hohen Soprane ist, möglicherweise durch die Aufnahmetechnik bedingt, wacklig, und manchmal ist es schwierig, die einzelnen Stimmen zu verfolgen. Eine erste Wahl stellt Jochum nicht (mehr) dar. Viel weniger Resonanz bekam die aus demselben Jahr stammende Einspielung von Martini; sie wurde z.B. nie auf CD veröffentlicht. Ob man sie mag, ist wahrscheinlich eine Frage des Geschmacks; mit Ausnahme von Hausreithers Aufnahme, der aber die 1. Fassung zugrundeliegt, ist dies die schnellste Version der 2. Messe, und von religiöser Beschaulichkeit ist bei 29:04 keine Rede... Der Chor singt präzise und begeistert, mit vollem Einsatz; Dynamik ist da, nur gibt es wenig p und pp. Das Orchester kann sich beim Gloria und Credo nur durchsetzen, wenn die Trompeten und Posaunen mitspielen, während die Stimmen  außer bei ff-Tutti-Passagen einzeln hörbar bleiben. An die schnellen Tempi gewöhnt man sich nach einer gewissen Zeit, aber an einigen Stellen bleiben sie störend, etwa beim "Et incarnatus est" im Credo, das wohl nicht dem vorgeschriebenen Adagio entspricht, oder beim Sanctus, dessen Tempo man nicht direkt als "ruhig" empfinden wird - trotzdem hat dieser Satz eine überwältigende Wirkung, ist ein "Lobgesang". Zu der Zielstrebigkeit der Interpretation passt die sehr lang angehaltene Viertelnote im "pacem" (Schluss Agnus Dei) allerdings nicht.

Eine Sternstunde in der Rezeption der 2. Messe ist die Aufnahme von Norrington (1973). Es ist eine kräftige, energische, völlig "unmystische" Interpretation mit einem perfekt singenden Chor;  das Orchester bleibt im Hintergrund. Die Tempi sind ausgeglichen und langsam, das Credo gehört sogar zu den langsamsten überhaupt, und das ermöglicht das Herausarbeiten von Details - man nehme z.B. das "Et incarnatus est" im Credo, das durch die Wahl des Tempos und die Dynamik sehr wirkungsvoll ist, zumal das darauffolgende Allegro des "Et resurrexit" schnell gespielt wird, oder das jubelnde Sanctus. Eine eindrucksvolle Aufnahme, die noch immer Referenzcharakter und durch seine langsamen Tempi für den späteren Norrington Seltenheitswert hat. In demselben Jahr 1973 entstand die Einspielung von Wormsbächer, die ziemlich unbeachtet blieb, obgleich auch sie zu den sehr guten Aufnahmen der 2. Messe gehört. Wormsbächers Chor mag dann vielleicht etwas weniger verfeinert singen als der Chor bei Norrington, technisch erfüllt er alle Ansprüche und hat einen warmen Klang. Der Unterschied zwischen beiden Interpretationen liegt in der anderen Haltung der Musik gegenüber: da wo Norrington eher extravertiert ist, klingt Wormsbächers Interpretation vorsichtiger, "verletzlicher", tastend, obgleich sie an manchen Stellen auch durchaus kräftig ist.  Wormsbächer verwendet wie Norrington natürlich anmutende Tempi (auch wenn sie etwas schneller als die Norringtons sind), wodurch, ähnlich wie bei Norrington, die Interpretation der einzelnen Sätze einheitlich wirkt. Das "Et incarnatus est" im Credo scheint aus himmlischen Sphären zu stammen, ohne dass ein Bruch mit dem Vorhergehenden entsteht. Die dynamischen Angaben werden gut befolgt, aber nicht immer ist Wormsbächer partiturgetreu: im Gloria etwa bei H (T. 113) wird plötzlich sehr auffällig zwei Takte lang verzögert. Alles in allem aber eine liebevolle, gelungene Interpretation mit einem Auge für die Details.

Barenboim nahm die 2. Messe 1975 für HMV auf, während in Chicago sein erster Zyklus der Bruckner-Symphonien (DG) im Enstehen war: Die Aufnahme der 2. Messe liegt zwischen denen der Vierten (1972) und der Neunten (1975) Symphonie. Barenboim bringt eine monumentale, eher pathetische Interpretation mit großer Gebärde, die die Extreme liebt. Mit 42'42 gehört sie zu den langsamsten, nur Jochum, Karajan und Rilling sind langsamer, aber Barenboims Sanctus ist mit 04'26 das langsamste Sanctus überhaupt. Das Extreme spielt sich innerhalb der einzelnen Sätze ab, wo ein Allegro eher schnell und ein Andante richtig langsam genommen wird, z.B. im Credo bei  dem sehr schnellen "Et resurrexit" (Allegro), das in sehr großem Kontrast zu dem sehr langsamen "mortuorum" (in der Partitur: "etwas langsamer"!) steht. Hier singt ein großer Chor, der sowohl monumental wie leise klingen kann; die Dynamik wird ziemlich genau eingehalten und schön differenziert (z.B. im "Et incarnatus est" im Credo mit seinen sorgsam abgestuften p - pp - ppp). Auch wenn das alles sehr schön klingt - und das gilt auch für das sehr langsam gesungene Sanctus - es entsteht doch der Eindruck, dass die Interpretation mehr auf Effekte als auf religiöse Ergriffenheit angelegt ist. Dazu gehört, dass sowohl im Benedictus wie im Sanctus die letzte Note viel zu lang angehalten wird. Das Orchester ist prominent anwesend, was der Messe einen symphonischen Charakter verleiht.

Ein Kuriosum innerhalb der Rezeption der 2. Messe ist der Rundfunkmitschnitt einer Aufführung unter Karajan (1975). Die Klangqualität ist dürftig, ein normales Label hätte die Aufnahme niemals so herausgebracht. Die Aufführung entspricht auch nicht Karajans Streben nach Perfektionismus; Chor und Orchester setzen nicht immer gleichzeitig ein, der Chorklang ist diffus, die einzelnen Noten drohen zu verschwimmen. Die Tempi sind sehr langsam, aber alles andere als statisch - es herrscht wogende Bewegung. Das "Et incarnatus est" im Credo wird sehr langsam gespielt und fast geflüstert (wie die dynamischen Zeichen überhaupt genau eingehalten werden), was eine große emotionale Wirkung hat. Das Sanctus kennt eine dramatische Steigerung bis zum fff. Die Orchesterbegleitung wird sehr wichtig genommen, auch da, wo sie reine Begleitung und auf anderen Aufnahmen nur als Hintergrundgeräusch wahrnehmbar ist; so unterstützt sie die emotionalen Effekte und lässt stellenweise einen Wagnerschen Sound entstehen - Bruckners Messe als Oper! Es ist keine Aufnahme für Puristen, und dennoch wird man sich kaum der Sogkraft dieser Aufführung entziehen können - das "Dona nobis pacem" im Agnus Dei appelliert an jeden Hörer.

Die nächsten Aufnahmen der 1970er fallen kaum ins Gewicht. Mehtas Einspielung (1976) enttäuscht auf der ganzen Linie. Der Wiener Staatsopernchor singt manchmal ungenau und "solistisch", mit viel Vibrato, was einen quabbligen und stellenweise verschwommenen, nicht-transparenten Chorklang zur Folge hat, f- und ff-Passagen klingen machtvoll, aber auch brutal, und der lateinische Text lässt sich öfters schwer verfolgen. Hinzu kommt, dass die Aufnahme diffus klingt. Es ist eine wenig differenzierte Aufnahme, weder in der Wahl der Tempi, noch in der Diktion des Chores, noch in der Gestaltung der Partitur. Kron (1977) stehen weniger prominente Kräfte zur Verfügung, aber bessere hätten ihm wahrscheinlich auch wenig genützt: Er hat einfach keine Ahnung und anscheinend nur den Takt geschlagen. Das Resultat ist eine unpersönliche Aufnahme. Orchester und Chor klingen laut und wenig verfeinert, beim Orchester ist p wie f. Da bleibt dem Chor wenig anderes als unbekümmert zu singen; er intoniert zwar nicht fehlerfrei, ist aber ansonsten nicht schlecht. Eine Aufnahme um zu vergessen. Mutatis mutandis gilt das gleiche für die Aufnahme von Melles (1978); sein Chor singt ungenau und mit ausgiebigem Vibrato und hat in den kritischen hohen Stimmlagen einen unschönen Klang, der an lauten Stellen einem Geschrei gleichkommt; auch das Orchester wirkt unsicher. Chor wie Orchester kümmern sich wenig um dynamische Abstufungen, leise Stellen gibt es kaum. Die Interpretation macht einen wenig inspirierten Eindruck.

Ganz anders Ortners erste Aufnahme (1979) der Messe: Der Chor besticht durch einen vollen, imposant wirkenden Klang mit kräftigen Bässen, der gleichzeitig sehr verfeinert ist; wer ein Beispiel für die kraftvolle Energie dieser Aufnahme haben will, höre sich das "Amen" des Gloria an. Die Interpretation ist eher synthetisch (zu dem der kompakte Sound der Aufnahme gut passt), verweilt weniger bei den Details als bei dem Gesamt, die Tempi fließen natürlich, alles fügt sich scheinbar mühelos ineinander. Die Aufführung zieht durch ihren Elan den Hörer in ihren Bann, die Musik ist immer in Bewegung, so dass die Tempi eher schnell sind. Das hat allerdings auch seine Tücken: Sogar im Sanctus mit seinem langen und langsamen, bei p anfangenden Crescendo ist der Impetus der Bewegung spürbar, und durch den energischen Zugriff des Dirigenten bleibt das wunderbare Crescendo auf der Strecke. Auch wenn die Dynamik fein abgestuft ist, sind p und pp weniger ausgeprägt. Einige Manierismen fallen auf: im Benedictus sind es einige etwas gespreizt wirkende Stakkati (z.B. beim "in nomine Domini"), oder Unterbrechungen im Fluss eines Satzes (Agnus Dei: "dona nobis - pacem") - aber das sind nur Details. 

Die Ernte der 1980er Jahre ist weniger üppig, ist dennoch wichtig: zwei von den vier Aufnahmen dieses Jahrzehnts haben fast Kultstatus erworben. Best hat in den 1980er Jahren die bisher umfangreichste Sammlung von Chorwerken Bruckners aufgenommen, darunter auch die 2. Messe (1985). Der Chor zeichnet sich durch einen schönen, schlanken, verfeinerten Klang aus, flexibel und differenziert in der Expression, transparent an komplexen Stellen und voller Klangfülle wo erforderlich - das, was man als "englischen Chorklang" bezeichnet. Schon gleich das Kyrie atmet vollendete Ruhe und kontrollierte Emotionalität, wirkt aber dennoch nicht kalt. Zwischen Chor und Orchester herrscht eine gute Balance, letzteres überstimmt nicht ersteren, wie es in vielen Aufnahmen der Fall ist. Dynamische Zeichen werden sorgfältig umgesetzt. Weder in der Dynamik noch in den Tempi gibt es Extreme, und trotzdem hat die Aufnahme große Wirkung, im Credo etwa beim "Et incarnatus",wo trotz des relativ kleinen Chores ein überwältigender Schluss gelingt, oder im Sanctus, das von himmlischer Klarheit ist. Die Aufnahme lässt kaum Wünsche unerfüllt und ist eine gute Empfehlung für denjenigen, der einen vibratoarm singenden Chor will.

Fischbachs Einspielung (1987) bringt eine "regionale" Aufführung, die gegenüber der Konkurrenz nicht standhalten kann: vor Vibrato wabernde Frauenstimmen, ein Chorklang, der an lauten oder hohen Stellen nicht konsistent ist (was aber auch mit der Aufnahmetechnik zusammenhängen kann, denn die Aufnahme ist störend hallig), zu wenig dynamische Abstufung bzw. ungenaue Umsetzung der dynamischen Zeichen (so wird das Crescendo im Benedictus bereits in T. 61 statt erst in T. 68 eingesetzt), wenig einfühlsame Interpretation (das "Et incarnatus est"  etwa im Credo ist eine eher nüchterne Angelegenheit). Rögners Einspielung (1988) besticht nicht durch Subtilität: der Chorklang ist nicht geschmeidig, die Spannweite zwischen ppp und fff ist relativ gering, das pp entspricht einem mf. Der Gesang ist solide und zuverlässig, aber auch etwas langweilig. Rögner lässt ähnlich zügig spielen wie in seinen Aufnahmen der Bruckner-Symphonien. Die lauten Stellen sind die besten, können gar mitreißend sein durch den kräftigen Gesang und die relativ schnellen Tempi, wie im Gloria oder Credo, das Benedictus dagegen oder das Agnus Dei vertragen diese Forschheit weniger. Was bleibt ist eine Aufnahme, die technisch in Ordnung ist, interpretatorisch aber unbefriedigt lässt. 

Herreweghe (1989) nahm die Messe mit einem relativ kleinen Chor auf und setzt weniger auf Masse (wie z.B. Rilling) als auf Verfeinerung. Der Chorklang ist sehr transparent, der Text meistens verständlich; die Tempi bewegen sich im mittleren Bereich und überzeugen durch Natürlichkeit. Das Orchester spielt prominent mit, meistens ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Es ist alles sehr schön; weniger fühlbar ist aber die Emotion. Vielleicht ist die Aufführung zu klar und wirkt dadurch gefühlsarm. Das "Et incarnatus est" z.B. im Credo ist von vollendeter Schönheit, wirkt aber gleichzeitig clean. Ein ähnliches Beispiel bietet das Agnus Dei: eindringlich gesungen, einerseits kräftig und leidenschaftlich, andererseits bittend, aber nie mit starkem Gefühlsausdruck - letztendlich bleibt es eine schöne aber etwas unterkühlte Bitte. Im Sanctus fallen die staccato Bläserfiguren (ab etwa T.38) auf, die ausgerechnet diesem Satz - etwas gewöhnungsbedürftig - ein martialisches Gepräge geben. Eine sehr schöne Einspielung, die aber die drohende Kluft zwischen Kunst und Gekünsteltheit mancher späteren Aufnahmen ankündigt. 

Die 1990er Jahre bringen eine wahre Schwemme an neuen Einspielungen - 16 insgesamt, darunter einige exzellente. Die Aufnahme von Halsey (1990) zeichnet sich durch eine ähnliche Klarheit aus wie die Herreweghes, beide Aufnahmen sind ähnlich analytisch geartet. Das p am Anfang des Kyrie kommt gleichsam aus dem Nichts hervor, das Kyrie wirkt wie enthoben , komt aus höheren Sphären und entschwindet auch wieder dorthin. Auch das "Et incarnatus est" im Credo ist von himmlischer Schönheit. Wie im Kyrie ist auch das p am Anfang des Sanctus sehr schön, mit einem beeindruckenden fff-Klimax gegen Ende. Es ist eine Aufnahme, die, wie die von Herreweghe, ohne viel Mystik auskommt und dennoch überzeugt.

Allein das Jahr 1991 kennt drei Aufnahmen: Bernius, Mansson und Klava. Bernius streicht besonders die Modernität dieser Partitur heraus: die Messe erklingt hier in ihrer ganzen Kühnheit, ein herber Klang beherrscht die Aufnahme, Dissonanzen, die sonst überhört werden können, fordern jetzt Aufmerksamkeit. Der Klang ist sehr durchsichtig, Wärme will da nicht viel aufkommen. Der vermutlich relativ kleine Chor singt perfekt und differenziert, realisiert die ganze dynamische Skala (man beachte mal die wunderbaren Decrescendi im Kyrie). Chor und Orchester bilden eine Einheit, Tempi bewegen sich im mittleren Bereich, so dass den Sängern keine Stimmakrobatik abgefordert wird. Höhepunkt der Messe ist das ergreifende "Dona nobis pacem" im Agnus Dei. Im Vergleich zu Bernius folgt Mansson eher der Tradition - was keine negative Einschätzung bedeuten soll! Sein Chor überzeugt mit einem homogenen klaren Klang, die Dynamik ist präzise abgestuft, die Höhen klingen nicht forciert, die Aufnahme klingt im allgemeinen offen und natürlich. Das Orchester ist deutlich anwesend, ohne den Chor zu überflügeln; beide kommen optimal zu ihrem Recht (vgl. z.B. das Benedictus). Die Tempi sind langsam, die Interpretation wirkt sehr ausgewogen, ohne kraftlos zu werden, wie z.B. das heftige "judicare" im Credo beweist. Die Frasierung ist subtil, Details werden liebevoll herausgearbeitet. Das Sanctus wirkt klar und mühelos, das Crescendo baut sich über 27 Takte hinweg auf. Das Agnus Dei ist eher Adagio als Andante, aber so wird ein erhabener Abschluss der Messe erreicht. Merkwürdig ist dieselbe kleine Abweichung von der Partitur (andere Verteilung der Textsilben) im Kyrie in T. 15 wie bei Rehmann und Thurn. 

Die Aufnahmen von Herreweghe und Bernius wird man vielleicht auf ein Symposium über moderne Bruckner-Interpretationen mitnehmen - Klavas Sicht auf das Werk, 1991 noch als LP erschienen, nimmt man mit auf die einsame Insel, wo man die Aufnahme laut hören kann. Klava und sein Chor setzen weniger auf Verfeinerung als auf maximale Ausdruckskraft; dafür sorgen allein schon die überwältigenden Crescendi und Decrescendi des großen Chores, aber auch die einfühlsame Annäherung an Stellen wie etwa das "Et incarnatus est", die präsente Kathedralenakustik und die an einigen Tutti-Stellen diskret eingesetzte partiturwidrige Orgel, die z.b. in der zweiten Hälfte des Sanctus oder am Ende des Agnus Dei dem Orchester zu größerer Sonorität verhilft. Es gibt eine Überlieferung, die behauptet, Bruckner hätte bei einer Aufführung selbst die Orgel gespielt, und Nowak hat diese Behauptung zu entkräften versucht; wie aber, wenn er, ähnlich wie bei dieser Aufnahme, bei dieser einen Aufführung tatsächlich mitgewirkt hat? Es bleibt eine Hypothese; Tatsache ist, dass Klavas Interpretation zwar keine moderne oder modernistische Bruckner-Exegese liefert, wohl aber eine Aufführung, die in ihrer Monumentalität und Einfühlungsvermögen durchaus Bruckners Vorstellungen entsprochen haben dürfte. 

Nach diesem subjektiven Exkurs zurück zur Chronologie! Es ist nicht deutlich, wann die Aufnahme unter Schweizer entstand; sie wurde soweit bekannt zum ersten Mal 1992 veröffentlicht. Es ist eine gediegene Durchschnittsaufführung zum Kennenlernen des Werkes. Aufnahmetechnisch gibt es einige Mängel - so sind die Stimmen dadurch, dass das Orchester öfters die Soprane übertönt, nicht immer genau zu verfolgen, und an ff-Stellen sind unbetonte Silben kaum zu hören, obgleich die Aufnahme ansonsten klar ist. Guttenberg (1995) verfügt über einen großen Chor, wodurch seine Interpretation etwas weniger wendig ist aber überwältigt: der Klang ist der eines kompakten Ganzen. Die Interpretation sucht die Synthese und macht weniger die einzelnen Stimmen hörbar, im Gegensatz etwa zu Bernius. Die Aufnahme ist sehr räumlich und warm. Die Aufführung gibt den Eindruck eines natürlichen, ungekünstelten Musizierens. Die Tempi zeigen durchschnittliche Werte. Die Unterschiede in der Dynamik, besonders bei pp, werden nicht immer, wie z.B. im "Et incarnatus est" (Credo), deutlich herausgearbeitet. Guttenberg bietet eine zuverlässige Interpretation ohne Extravaganzen.

1996 jährte sich zum 100. Male Bruckners Sterbetag, und wohl bei keinem Werk hat sich das so deutlich manifestiert wie bei der 2. Messe: es gibt nicht weniger als sechs Aufnahmen aus diesem Jahr! Eine ganz besondere ist dabei die von Hausreither, bietet er doch die erste und bisher einzige Aufnahme der 1. Fassung. Leider wird die Begeisterung darüber durch die Tatsache getrübt, dass es sich hier um den Live-Mitschnitt einer Schulaufführung handelt, die also nicht an professionellen Maßstäben gemessen werden darf. Als extra erschwerender Umstand bei der Aufführung kam noch hinzu, dass von dieser Fassung kein offizielles Aufführungsmaterial vorhanden ist: es gibt nur eine Studienpartitur...  Hausreither mutet außerdem dem Chor sehr gewöhnungsbedürftige, weil extrem schnelle Tempi zu. Trotzdem vermittelt die Aufnahme einen guten Eindruck von dieser Partitur; es fällt beim Hören sehr deutlich eine Reihe von Unterschieden mit der endgültigen Fassung auf, sowohl in der Linienführung der Phrasen wie in der Orchesterbegleitung, die, besonders gegen Ende des Credos, weniger homogen als die der 2. Fassung ist. Die 1. Fassung wirkt gegenüber der 2. an manchen Stellen, besonders bei Überleitungen, schroffer, weniger geglättet, wie sich das auch bei den Symphonien feststellen lässt.

Zwei andere Aufnahmen aus 1996 verdienen besondere Aufmerksamkeit durch die hohen Ansprüche, die sie erfüllen; vom Klangbild her sind sie allerdings sehr unterschiedlich. Dallingers Live-Mitschnitt von den Bregenzer Festspielen bietet eine moderne Einspielung: relativ hohe Tempi (inwieweit ein Kyrie dann noch "feierlich" klingt, lässt sich nur subjektiv beantworten), ein kleiner, beweglicher Chor mit einem vibrato-armen Sound, ein möglichst genaues Befolgen der Partitur - und die Gefahr einer gewissen Künstlichkeit, wie man sie im "Et incarnatus est" (Credo) feststellen kann; gerade die Stelle danach zeigt dann aber, mit welch großer Dynamik und Expressivität dieser Chor zu singen vermag. Einige ungleiche Einsätze ziemlich zu Anfang sind wohl dem Live-Charakter der Aufnahme zuzuschreiben, aber gerade dem verdankt sie auch ihre große Lebendigkeit. Auch der Orchesterpart überzeugt durch Expressivität (wie das Benedictus zu illustrieren vermag). Das "Dona nobis pacem" des Agnus Dei ist in seiner Entrücktheit ergreifend. Rillings Aufnahme klingt völlig anders: durch den großen Chor erlangt sie (Brucknersche) Monumentalität und ist überwältigend in ihrer Klangfülle und Majestät, geht aber nicht im leeren Klangrausch unter; das "Dona nobis pacem" sorgt für einen ergreifenden Ausklang, vor allem wenn man den Text versteht. Zwischen Chor und Orchester ist eine gute Balance, und trotz ihrer Monumentalität ist diese Aufnahme, im Gegensatz zu Rillings älterer, relativ transparent. Rillings Tempi sind bedächtig - er braucht für die Messe etwa 8 Minuten mehr als Dallinger (40'59 gegen 33'10), und ist doch bereits 3 Minuten schneller als seine erste Aufnahme dieser Messe (43'50). Die neue Aufnahme ist der älteren vorzuziehen, nicht nur wegen der besseren Aufnahmetechnik.

Das Cover von Kochs Aufnahme (1996) suggeriert ein Pontifikalamt aus der St. Hedwigskathedrale in Berlin; es handelt sich jedoch um eine Studio-Aufnahme an einem anderen Ort. Es ist eine gute Aufführung mit schönen Details (etwa das Stimmengefüge im Sanctus, das sich wunderbar verfolgen lässt), mit einem vorzüglichen Chor, der über einen vollen Klang verfügt, aber sie bleibt im gediegenen Durchschnitt stecken. Die Interpretation ist wenig subtil und eher forsch. Auch Wolf (1996) hat einen zuverlässigen Chor zu seiner Verfügung, der hohe Ansprüche erfüllt und einen flexiblen Klang produziert. Es handelt sich um einen Live-Mitschnitt - immer ein besonderes Risiko bei dieser Messe. Die Nüancen gelingen hier besser als bei Koch, nur die sehr leisen Töne überzeugen nicht immer (so ist das pp in T. 67 des Credo nicht leiser als das p; an anderen Stellen gelingt das überzeugender). Sehr transparent ist etwa das Sanctus von seinem leisen Anfang bis zum fff, wobei sich die Stimmen problemlos verfolgen lassen; nur die hohen Soprane klingen etwas mühevoll. Die Balance zwischen Chor und Orchester ist im allgemeinen gut, nur wenn die Trompeten ins Spiel kommen, haben sie die Neigung, den Rest des Orchesters zu überstimmen.
Neuhausers Aufnahme (1996) der Messe ist der Mitschnitt eines gelungenen Konzertes aus Anlass des Brucknerjahrs. Diverse Chöre wirken mit, was einige kleine Unebenheiten erklären mag. Die technische Seite der Aufnahme überzeugt etwas weniger: durch die präsente Kirchenakustik verschwinden bei schnellen Passages manche Details im Nachhall, zumal das Orchester direkt und ziemlich laut aufgenommen ist und die Bläser fast durchweg zu laut blasen. Auf der Aufnahme unter Patenaude (1996) übernimmt ein Knabenchor die Sopran- und Altpartien; es sind frische Stimmen, nur sind dann kleine Unebenheiten (leicht ungleiche Einsätze) nicht ganz zu vermeiden, und diese Stimmen sind weniger expressiv als die erwachsener Sängerinnen - wobei man sich selbstverständlich fragen muss, ob bei der Uraufführung in St. Florian nicht auch Knabenstimmen mitgewirkt haben, was dieser Aufnahme eine gewisse Authentizität verleihen würde. Die Tempi sind im mittleren Feld angesiedelt und nirgendwo extrem; man würde nur wünschen, dass das Orchester etwas weniger prominent aufgenommen worden wäre. Wer eine Aufnahme mit einem Knabenchor sucht, ist mit dieser Einspielung gut beraten.

Ein besonderes Erlebnis ist die athmosphärisch sehr starke Aufnahme von Polyansky (1997), die mit einem romantischen, dunklen Chorklang aufwartet. Schon gleich im Kyrie vermischen sich die Stimmen wunderbar und man fühlt sich wie in einer Kathedrale, der Klang ist zwar etwas hallig, aber das passt zu der Interpretation. Im Credo erklingt das "Et incarnatus est" langsam und sonor, alle Details werden ausgekostet. Ab "Et resurrexit" sind leider die Bläser, vor allem die Trompeten, zu prominent aufgenommen und übertönen stellenweise die Sänger. Das Sanctus ist ein durchsichtiges, durcheinander webendes Stimmengewebe, aber leider wird das fff (T. 27) übersehen, so dass der Klimax des 27 Takte dauernden "sempre crescendo" verpufft und erst bei T. 33 (C) erreicht wird. Eine deutliche Abweichung von der Partitur fällt am Ende des Sanctus auf, wenn das Orchester einen halben Takt länger spielt als der Chor und also das letzte Wort hat. Es ist nicht die einzige Abweichung: So mischen sich im Kyrie T. 22/23 die Posaunen partiturwidrig ein, oder wird die Schlussnote des Agnus Dei übermäßig lang angehalten. Alle diese Abweichungen deuten darauf hin, dass der Aufnahme eine Partitur zugrunde gelegt wurde, die auf die Erstdruckausgabe von 1896 zurückgeht. Dennoch ist der Geist der Musik übermächtig da. Ortners zweite Aufnahme (1999) der Messe kann da nicht mithalten: Es ist ein Live-Mitschnitt mit einem ad-hoc-Chor von der Internationalen Chorakademie 1999 und darf selbstverständlich nicht mit den Maßstäben einer professionellen oder semi-professionellen Aufnahme gemessen werden; die Vorbereitungszeit war zu kurz, die Intonation ist unsicher, Einsätze sind ungenau, außerdem ist die Aufnahme hallig, wodurch die Chorstimmen zu sehr ineinander überlaufen - für ein kurzfristiges Projekt wie eine Chorakademie wird hier allerdings Beachtliches geleistet. Es ist überhaupt erstaunlich, wie oft sich nicht-professionelle Chöre an die 2. Messe wagen. Das gilt auch die nächsten Aufnahmen.

Honickel (1997) arbeitet anscheinend mit semi-professionellen oder teilweise nicht-professionellen Kräften. Sein Chor singt sensibel und produziert einen schönen Klang, hat aber wiederholt Intonationsprobleme, ist bei den Einsätzen ungenau oder zögernd und etwas unsicher in höheren Tonlagen. Manches überzeugt durchaus, wie etwa das "Et incarnatus est" im Gloria, worauf dann aber das "Et resurrexit" etwas brav geraten ist. Das allmähliche Crescendo des Sanctus verliert an Wirkung, weil der Chor zu früh seine maximale Stärke erreicht. Das Orchester bläst regelmäßig zu laut, und dadurch kommt z.B. das filigrane Klanggewebe des Benedictus nicht zur Geltung. Die Aufnahme klingt schön räumlich, aber vermutlich gerade dadurch haben die einzelnen Stimmen in komplexen Passagen die Neigung, leicht zu verschwimmen, so dass sie nicht mehr einzeln hörbar sind; hinzu kommt, dass die Balance im Chor nicht immer optimal ist und die Männerstimmen die Frauen überstimmen.

Wiederholt lassen Chöre ihre Konzerte mitschneiden und veröffentlichen sie dann auf Tonträger, meistens für die Mitglieder und für Freunde und Besucher der Konzerte. Da diese Tonträger einem bestimmten Kreis, wie klein auch immer, zugänglich sind, gehören sie in die Diskografie; sie sind Zeugen des Musiklebens und sagen etwas aus über die Rezeption der betreffenden Werke. Das Problem ist allerdings, wie man solche Aufnahmen gerecht beurteilen kann, denn für die professionellen Ensembles stellen sie meist keine Konkurrenz dar. Die beste Lösung ist wohl, sie zu beschreiben, ohne explizite Werturteile abzugeben. Reinthaler (2000) arbeitet in seinem Domchor mit Knabenstimmen, die besonders in kritischen Stimmlagen noch ungefestigt und in der Klangbildung noch nicht sehr geschmeidig sind; außerdem sind die Blechbläser zu prominent da und schlagen den Chor bisweilen tot. Eine Überraschung ist allerdings das Sanctus, dessen Stimmengefüge sich problemlos verfolgen lässt. Auch Zottele (2001) hat die Messe mit ihrem Kirchenchor einstudiert. Der Chor kämpft anfangs mit Intonationsproblemen und ist etwas unsicher, hat aber einen guten Klang. Das Grundtempo des Gloria ist relativ langsam und dadurch bekommt der Satz leider etwas Braves. Die (professionellen) Blechbläser nehmen nicht immer Rücksicht auf die Sänger. Im Sanctus stößt der Chor an die Grenzen seines Könnens. Vermutlich war dies eine stimmungsvolle Aufführung, aber auf CD gebannt wird man beim Hören immer wieder mit denselben Unzulänglichkeiten konfrontiert.

Ähnliches gilt für Pirateneditionen: Es sind Aufnahmen meist professioneller Interpreten, die von der Gnade der Stunde und der Qualität der Rundfunksendung (Komprimierung des Signals durch die Rundfunkanstalten, Qualität der Rundfunkverbindung) abhängen. Die Interpreten können auf sie keinen Einfluss nehmen und gehen mit ihnen ungewollt in eine relative Ewigkeit ein - noch einmal abgesehen davon, dass sie aus ihnen keine Einnahmen empfangen. Für Bruckners Vokalmusik indes haben die Piraten bisher wenig Interesse gehabt, vermutlich weil sie den kommerziellen Erfolg niedrig einschätzen. Die Aufnahme von Skrowaczewski (2002) gehört in diesen Bereich. Während das Kyrie sehr verhalten und fast introvertiert klingt, bezieht das Gloria seine Wirkung aus den kontrastierenden Tempi, wie beim "Qui tollis" feststellbar ist; Skrowaczewski hält das lebendige Grundtempo ziemlich straff durch, nur beim "Jesu Christe" (T. 123/125) erlaubt er sich ein vorübergehendes starkes (und in der Partitur nicht angegebenes) Ritartando. Für das Credo gilt Gleiches, etwa beim "Incarnatus est" (Adagio) gegenüber dem "Et resurrexit" (Allegro), das schnell genommen wird - leider um den Preis, dass die stärkeren Dynamikgrade (ff und fff) gleichgeschaltet werden. Entgegen der Tradition wird das "Amen" für ein Allegro moderato ziemlich schnell gesungen. Vielleicht ist ein Teil der dynamischen Breite der Komprimierung durch die Rundfunksendung zum Opfer gefallen und wirkt die Aufnahme deshalb etwas zahm. Die Orchesterbegleitung ist dem Chor untergeordnet gemacht und deshalb oft nur als Fond hörbar. Das Agnus Dei ist von himmlischer Ruhe, und gerade dort patzt T. 64 eine der Posaunen - ein schrecklicher Mißton in einer ansonsten stimmungsvollen Aufführung. Man kann sicher sein, dass der Dirigent diese Aufnahme für eine CD-Ausgabe niemals hätte durchgehen lassen!

Zurück zur Chronolgie. Die Aufnahme von Balatsch (2000) beruht wie die von Skrowaczewski auf einem Live-Mitschnitt, ist hier aber von der Rundfunkanstalt abgesegnet. Der französische Rundfunkchor hat einen leicht vibrierenden Ton, wodurch die Musik weniger 'feierlich' als bewegt klingt. Das Kyrie besticht durch den wunderbar durchgehaltenen Bogen vom Anfang bis zum Ende. Im Credo erklingt das "Et incarnatus est", unterstützt vom Vibrato, sehr sensibel, das Orchester fügt sich klanglich optimal in den Chorklang ein. Die ppp- und pp-Stellen ("sepultus est", "mortuorum") klingen auch wirklich so, wogegen das "Judicare" ruhig etwas mehr Biss ertragen hätte - überhaupt sind die mehr lyrischen Stellen, wie z.B. auch im emotional bewegten Benedictus, höchst eindrucksvoll gestaltet. Im Sanctus erlebt man die wirkungsvolle Steigerung bis zu T. 27, mit filigranem Chorgesang, Ähnliches gilt für den Anfang des Agnus Dei. Kleine Freiheiten erlaubt sich der Dirigent in der Dynamik, wo sich über mehrere Takte hinweg entwickelnde Crescendi manchmal etwas früher angesetzt werden, wahrscheinlich um sie deutlicher herauszuarbeiten. Die Aufnahme von Upadhyaya (2003) ist zu grob gestrickt um überzeugen zu können. Der Klang der Männerstimmen ist in manchen ff-Passagen ziemlich rau; dynamische Zeichen werden wiederholt übersehen oder ungenau umgesetzt, wodurch das Ganze einförmig wirkt, das "poco a poco accelerando" (T. 94 Gloria) wird nicht befolgt, wodurch Spannung verschenkt wird, im Credo wird T. 141/142 das Legato bei den Bläsern nicht befolgt und wird außerdem ein Ritardandum eingelegt, im Benedictus blasen die Bläser am Anfang f statt p, usw. Hinzu kommt, dass auch die Aufnahmetechnik nicht überzeugt: das Orchester überstimmt immer wieder den Chor und dadurch werden, vermehrt durch eine hallige Akustik, manche Textstellen teilweise unverständlich; außerdem klingt das Orchester öfters verschwommen (z.B. Credo bei T. 23/24). Im Gloria ist bei T. 71 ein hörbarer Takewechsel (Echo). Auch die Aufnahme von Becker-Foss (2004) vergisst man am besten schnell, aber aus einem ganz anderen Grund. Der Dirigent hat das ganze Werk "umkomponiert", indem er den Chor mit einem Solistenoktett (!) alternieren lässt und außerdem die Partitur "zu Gunsten klanglicher Entspanntheit" niedriger transponiert hat, und das hört man: Viele Stellen klingen nicht so sehr entspannt als vielmehr matt, das Aufregende am Klang ist z.T. weg, es bleibt nur schöner Gesang (an der Aufführung selbst ist nämlich nicht viel auszusetzen); außerdem werden a-cappella-Stellen mit dezenter Orgelbegleitung untermalt. Das Werk verliert durch diese Eingriffe an Prägnanz. 

Nicht nur die Aufnahme von Patenaude, auch die von Gormley (2003/2004) stammt aus Kanada, und sie gehört zu den überzeugenden Einspielungen dieser Messe. Die einzelnen Stimmen klingen klar gegliedert, die Tempi wirken natürlich, der Chor singt sehr diszipliniert mit auch in den Höhen einem runden Klang. Der Bogen des Kyrie vom leisen verhaltenen Kyrie eleison über das bewegte Christe eleison zurück zum leise verklingenden Kyrie eleison ist eindrucksvoll realisiert. Das "Et incarnatus est" im Credo wird sensibel und subtil gesungen, mit präzisem Einhalten der dynamischen Vorschriften. Die Interpretation ist eher introvertiert und erzeugt dadurch eine Spannung ganz eigener Art. Das Agnus Dei ist hier wirklich eine Bitte um Trost und Frieden in beherrschter Emotion. Die Einspielung ist ein ästhetisches und seelisches Erlebnis.

Das ist weniger der Fall bei der Aufnahme von Raiser (2005). Zwar singt auch hier der Chor schön - so lange er nicht im Orchesterklang ertrinkt! Wozu der Chor fähig ist, wird im Kyrie und im Sanctus deutlich, die ja beide weitgehend a-cappella sind. Im Kyrie gelingt der Aufbau von p zu ff und wieder zurück sehr schön, der Chor singt sehr beherrscht und kultiviert. Im Gloria geht  es dann ab T. 41 (bei C) schief, weil das Orchester den Unterschied zwischen p und pp nicht vollzieht; bereits das p wird vor allem vom Blech zu stark angesetzt. Vielleicht erklärt es sich so, warum im Credo bei T. 67 anstelle eines pp ausgerechnet ein Crescendo gesungen wird, nämlich um so den meistens zu lauten Bläsern die Stirn zu bieten, denn das ppp bei T. 87, wo das Orchester schweigt, gelingt perfekt. Die hallige Akustik tut ein übriges, dem Chor seine Transparenz zu nehmen. Bei Michel (ebenfalls 2005) ist der Chor selbst das Problem: Er wirkt unsicher, die Technik ist zwar beachtlich, aber der Ton ist nicht biegsam, der Klang ästhetisch (noch) nicht befriedigend. Vielleicht liegt es an diesen begrenzten Möglichkeiten, dass der Chor größte Probleme mit dem leise Singen hat. So klingt das pp bei T. 105 im Kyrie wie f, ein Trend, der sich im weiteren Verlauf der Aufnahme fortsetzt. Die Dynamik ist wenig differenziert und bewegt sich in etwa zwischen mf und ff; gleiches gilt übrigens für die Bläser, so dass einiges auch auf das Konto des Dirigenten geht. Dem Sanctus wird durch diese Unempfindlichkeit der Dynamik gegenüber der Garaus gemacht: Hier muss, ausgehend von p ein langsames Crescendo aufgebaut werden, bis in T. 27 fff erreicht ist; bei Michel ist dieser Punkt spätestens bei T 17 erreicht, so dass der Rest nur noch Leerlauf ist. Die schnelleren (und lauteren) Stellen der Messe zeigen, dass der Chor durchaus leistungsfähig ist, nur singt er nicht sehr verfeinert.

Das Jahr 2007 bringt sechs (!) neue Einspielungen. Der Chor in der Aufnahme von Kreutz (2007) hat zwar einige Intonationsprobleme (vor allem die Männerstimmen) und setzt manchmal etwas zögerlich ein, singt aber ansonsten sehr präzise und schön. Zwischen Chor und Orchester ist Gleichgewicht, nur die Posaunen sind manchmal (zu) laut. Die Interpretation mutet schnörkellos an, die Musik soll so wirken, wie sie ist - das "Dona nobis pacem" im Agnus Dei entbehrt denn auch jeder Dramatik. Diese Zurückhaltung verhindert manchmal die Wirkung - der Aufbau des großen Crescendos im Sanctus verläuft so vorsichtig, dass das fff ziemlich unerwartet kommt. Ansonsten ist dies eine schöne Einspielung, die einen guten Eindruck von dem Werk vermittelt.

Layton (2007) wartet mit einem wohl sehr "englischen", ja vielleicht gar "anglikanischen" Chorklang auf. Einige seiner Tempi sind exzentrisch schnell, wie etwa im Kyrie, Gloria und Credo. Im Credo wird das Allegro moderato so schnell genommen, dass die Musik beim "Et incarnatus est" fast zum Stillstand zu kommen scheint; das anschließende Allegro ist wieder sehr schnell, und das "etwas langsamer" wieder viel langsamer, und so pendelt die Aufnahme zwischen Extremen hin und her; der Chor meistert das zwar virtuos, aber die Partitur scheint so doch etwas strapaziert. Das fff im Sanctus bleibt ziemlich wirkungslos, weil das vorhergehende Crescendo nahtlos darin übergeht; Norrington macht vor, wie man das partiturgetreu und gleichzeitig wirkungsvoll umsetzen kann... Insgesamt klingt die Aufnahme mehr nach Palestrina als nach Bruckner; der Gesang wirkt sehr verfeinert - aber an der Grenze zur Blutarmut... Spicer (2007) verrät die gleichen Wurzeln: Auch seine Aufnahme vermittelt einen spezifisch "englischen" Chorklang: sehr diszipliniert, sicher, kühl, glasklar, verfällt aber nicht in die Extreme Laytons. Der Chor singt nicht nur sehr expressiv, wie etwa das Christe eleison im Kyrie zeigt, er kennt eine große Verschiedenheit im Ausdruck: Im Credo ist das "Et incarnatus est" entrückt, das "Et resurrexit" dagegen kräftig, und dieser Wechsel in der Gestaltung macht diese Aufführung spannend. Mit technischer Perfektion meistert der Chor die Klippen des Sanctus, die verschiedenen Stimmen lassen sich verfolgen, die Entwicklung vom p zum fff kennt kein romantisches Raunen, klingt nicht "weich". Auch das Benedictus muss ohne Romantik auskommen und wird glasklar und nicht langsam gesungen. Das Agnus Dei ist wie das Sanctus ziemlich schnell, sicher für ein Andante, und das mag nicht jedermanns Sache sein.

Aufschlussreich ist der Vergleich mit Creed (2007), der wie Layton in der englischen Chortradition steht, aber einen deutschen Chor leitet. Auch die deutschen Kammerchöre wirken heutzutage merklich "kühler" in der Klangfarbe, und das könnte durchaus englischer Einfluss sein - nur gehen sie darin weniger weit als manche englischen Chöre. Creeds Aufnahme liefert wunderschön ausgeglichenen, flexiblen Chorgesang, Emotionen halten sich in Grenzen, sind aber da. Auch die Tempi sind maßvoll, weder sehr schnell, noch sehr langsam, und das ermöglicht Expressivität - Beispiel: das schön ausgesponnene und transparente Sanctus. Das Orchester ist ziemlich nah aufgenommen, so dass es den Chor unterstützen, aber leider manchmal auch übertönen kann. Ansonsten lässt die Aufnahme wenig Wünsche offen. Steinwender (2007) machte seine Aufnahme (Live-Mitschnitt) mit einem vermutlich semi-professionellen Chor und überzeugt in fast jeder Hinsicht. Der Chor fällt auf durch einen klaren Klang, auch die hohen Töne klingen natürlich. Im Credo wird das "Et incarnatus est" filigran gesungen, während "Et resurrexit" mit Biss vorgebracht wird, ein überzeugender Kontrast zum nachdenklichen "Et incarnatus est", und das "Judicare" klingt mahnend, drohend. Auch die Orchesterstimmen klingen differenziert, wenn auch das Blech das Ganze manchmal beherrscht. Das Sanctus gestaltet das lange Crescendo, das den Charakter dieses Satzes bestimmt, sehr überzeugend; allerdings weckt der entfernte Klang des Anfangs den Eindruck, dass hier die Aufnahmetechnik nachgeholfen haben könnte... Eine differenzierte Aufnahme mit schönem Chorklang! Die Aufnahme von Cavelius (2007) gibt es nur chorintern, so dass sie nicht zur Verfügung stand.

Ebenso wie die meisten modernen Einspielungen klingt der Chor bei Grün (2008) klar, aber auch kühl und nirgendwo üppig. Das Kyrie klingt ätherisch transparent und streng. Kleine Abweichungen vom Notenbild erlaubt sich die Aufführung bei der Tempogestaltung und Dynamik: Es gibt zusätzliche Verzögerungen und Beschleunigungen, und lange Noten erhalten manchmal ein extra Crescendo, so dass ein Schwellkasten-Effekt entsteht, was den Stellen etwas Gekünsteltes gibt und unruhig wirkt. Der Chor singt virtuos. Im allgemeinen ist die Balance zwischen Chor und Orchester gut, nur an einer einzigen Stelle im Benedictus droht die Ornamentik der Bläser die Sänger wegzuspielen, was wohl auf das Konto der Aufnahmetechnik geht. Insgesamt eine schöne Aufnahme, die aber nicht unter die Haut geht. Auch Bruneders Aufnahme (2008) ist transparent - man kann oft jede Stimme einzeln verfolgen - aber hier kann man einen ausdrucksvollen Chorklang bewundern; das Kyrie etwa wird zwar behutsam gesungen, aber gleichzeitig mit Emotion. Es ist eine eher lyrische, liebevolle und gleichzeitig schnörkellose Interpretation, ohne Extravaganzen oder Extreme, die an ff-Stellen dennoch machtvoll sein kann, wie z.B. das "Et resurrexit" und das "Amen" zeigen. Religiöse Mystik liegt dieser Aufnahme fern, die Musik soll für sich sprechen - und tut es auch. Kleine Einwände gibt es dennoch: Ein Unterschied zwischen p und pp ist oft nicht hörbar, und vielleicht hängt es damit zusammen, dass das Crescendo im Sanctus, wie kunstvoll und klar dieses auch gesungen wird, etwas wenig Spannweite hat, wodurch das fff an Wirkung einbüßt; auch das Horn im Benedictus bläst nicht wirklich p. Das sind aber nur Details.

Eine der schönsten Aufnahmen der e-Moll-Messe liefert Toll - bereits die dritte Aufnahme aus 2008! Das Kyrie atmet große Ruhe und vermittelt dennoch durch den schön abgestuften Wechsel von pp und ff Dramatik. Der Chor singt nahezu ohne Vibrato mit großer Klarheit und reiner Intonation. Das Allegro des Gloria fließt in einem natürlichen, gemäßigt schnellen Tempo, womit das nachfolgende Andante des "Qui tollis" kontrastiert. Beim "miserere" (T. 87 ff.) wird wirksam leichtes Vibrato eingesetzt. Trotz der Kammerchorgröße wird Volumen erzeugt und ein gutes Verhältnis zwischen Zartheit und Kraft erreicht, obgleich die Bandbreite zwischen pp und ff nicht sehr groß ist - das pp ist kein Flüstern, das ff hält sich in Grenzen, die Unterschiede werden eher subtil hörbar gemacht. Ein gutes Beispiel dafür ist das "Et incarnatus est" im Credo, das eindrucksvoll gestaltet wird, langsam (Adagio) und leise (ppp). An anderen Stellen gelingt das etwas weniger - das "Jesu Christe" im Gloria (T. 113) ist wohl kaum ein pp und eher p; andererseits bleibt in dem ansonsten schön gesungenen Sanctus das fff des Klimax etwas matt. Das Agnus Dei wirkt ergreifend, besonders das "dona nobis pacem", das wunderbar pp einsetzt, dann ein Crescendo bis zum f aufbaut und dann zum p erlischt, in nur neun Takten. Besondere Aufmerksamkeit verdient das Orchester, das auf historischen Instrumenten spielt und manchmal prominent anwesend ist; es klingt sonor, bleibt aber gleichzeitig durchsichtig, wodurch manchmal bisher ungehört gebliebene Klänge entstehen. Man höre sich mal im Credo das Zusammenspiel von Klarinetten und Fagotten im Credo bei T. 70 zur Untermalung des "Crucifixus est" an, oder das ganze Benedictus, wo das Orchester gleichberechtigt neben dem Chor agiert; so entsteht ein Klang, der die Modernität dieser Messe hörbar macht (besonders im Kontrast zu der Rheinberger-Messe, die die CD vervollständigt). Die CD ist ein ästhetisches Erlebnis, macht aber auch die religiöse Bedeutsamkeit der Aussage nachvollziehbar. Die Interpretation ist vor allem um Ausgewogenheit bemüht, sie vermeidet Extreme im Ausdruck. Leider spielt die Aufnahmetechnik nicht immer mit: Die Aufnahme entstand in einer Kirche und ist daher manchmal etwas hallig, was an lauten Stellen der Durchhörbarkeit leicht Abbruch tut und wodurch der Chorklang an Präzision einbüßt. In den zwei ersten Takten des Sanctus klingt auf dem linken Kanal leichter Flutter. Fazit: Nahezu vollendet gesungen und gespielt, nur der Klang lässt einige (kleine) Wünsche offen.

Temple (2009) benutzt für seine Aufführung allem Anschein nach eine Mischpartitur, die im großen und ganzen den modernen Ausgaben von Haas und Nowak folgt, an einigen Stellen aber Ingredienzien aus der Erstdruckpartitur übernimmt. Der Chor steht in der englischen Tradition, klingt allerdings nicht so "anglikanisch" wie etwa der Chor bei Layton; das soll kein Werturteil sein und nur zur Charakterisierung eines bestimmten Stils dienen. Auch bei Temple klingt der Chor etwas kühl, aber nicht so erdabgehoben wie bei manchen anderen englischen Chören. Es betrifft hier eine Live-Aufnahme, die anscheinend zu Promotionszwecken als CD herausgebracht worden ist. Das Kyrie wird sehr durchsichtig gesungen und auch so aufgenommen; der schöne Bogen des Stücks von p zu ff und wieder zurück zu pp wird schön realisiert. In T. 13-16 fällt die etwas abweichende Verteilung des Textes über die Noten auf, und T. 22 bläst das Blech abweichend von der Partitur einen Akkord, bevor die Bässe einsetzen. Das Gloria gehört mit 05'14 zu den schnellsten Aufnahmen dieses Satzes. Der Dirigent erlaubt sich Freiheiten bei der Dynamikgestaltung, wodurch ein pp manchmal lauter erklingt als ein gerade vorhergesungenes p (vgl. T. 75-79). Durch das hohe Tempo wirkt das Schluss-Amen gehetzt. Das Orchester spielt zuverlässig, nur haben die Holzbläser gegenüber dem Blech und dem Chor manchmal einen schweren Stand. Im Credo fallen besonders das stimmungsvoll gesungene "Et incarnatus est" und das dagegen sehr schnelle aber wirkungsvolle "Et resurrexit" auf; der Chor singt in schnellen Passagen (auch am Schluss des Credo) wirklich virtuos. Möglicherweise bewirkt aber gerade das die Verflachung der Dynamik, wobei ein Unterschied zwischen f und fff kaum mehr feststellbar ist. Das Sanctus meistert der Chor die Klippe des langsamen Crescendos, das sich über mehr als zwanzig Takte erstreckt. Dass beim "Dominus" das Blech gleichzeitig mit dem Chor (und nicht schon im Takt vorher) einsetzt, ist ein unverständliches Relikt aus der Erstdruckpartitur - Ähnliches gilt für die letzte Note der Partitur, im Agnus Dei, wo die letzte silbe des "pacem" viel zu lang angehalten wird. Auch im Agnus Dei erlaubt sich der Dirigent kleine dynamische Freiheiten, realisiert aber im Chor gewaltige Steigerungen und Antiklimaxe, die das Flehen des Textes überzeugend ausmalen. Als Promotion des Chores eine gelungene Aufnahme!- Anders steht es da um die Aufnahme unter DeMaison (ebenfalls 2009) - sein Chor macht klar, wie schwierig es ist, diese Messe sauber zu singen und außerdem ein ästhetisches Erlebnis daraus zu machen. Allzu schwer sollte man mit dem Chor wohl nicht ins Gericht gehen; es ist ein nicht-professioneller Chor, der sich an dieser Musik die Zähne ausbeißt. Immer wieder gibt es unsaubere Akkorde (die Orgelbegleitung ist da anscheinend auch nicht hilfreich), klingt der Gesang zögernd und lässt sich vom Orchester, das sich nicht mit dem Chor vermischt, mühelos übertönen, und die Noten ertönen als loser Sand...  Nirgendwo entsteht Spannung. Die Dynamik des Chores ist äußerst begrenzt - p ist immer zu laut, ff oder fff zu leise. Ein gutes Beispiel ist dafür das Credo - Das "Et incarnatus est" erklingt zwar durch das langsame Tempo recht eindrucksvoll, kennt aber viel zu wenig dynamische Abwechslung, und im "Et resurrexit" ist der Chor viel zu schwach gegenüber dem Orchester, sein fff kann sich gegenüber dem ff des Orchesters nicht durchsetzen, der Text ist stellenweise komplett unverständlich, und so verpufft eine der wirkungsvollsten Stellen der Messe. Noch schlimmer ist es eigentlich im Sanctus, wo zunächst das Crescendo dürftig bleibt, dann der fff-Bläserakkord in T. 27 vollkommen danebengeht,  der anschließende Chorakkord idem und außerdem das Ganze holprig und uneben klingt. Bruckner kann mörderisch sein!

Eine Vertonung der Messe ist keine absolute, mehr oder weniger raumunabhängige Musik: Eine Aufführung kann eine zusätzliche Qualität durch die Hereinnahme der Kirchenakustik bekommen - die Musik bleibt dieselbe, aber durch die besondere Akustik kann die Musik etwas Weihevolles bekommen, was wir dann u.a. mit dem Wesen der Religion assoziieren. Allerdings will dieser "Genus loci" eingefangen werden, denn Kirchenakustik und durchsichtiger, klarer Klang sind eher Gegensätze. Alles hängt sowohl von der Beschaffenheit der Akustik selbst wie von dem Können der Tontechniker ab, inwiefern die Schaffung einer klanglichen Aura und ein klar artikulierter Klang miteinander einhergehen können. Immer wird es sich wohl um einen Kompromiss handeln. Der Musikliebhaber, der einen klar gegliederten, maximal durchhörbaren Klang sucht, wird bei Aufnahmen mit einer Kirchenakustik selten sein Ideal verwirklicht finden. Kargls Aufnahme der 2. Messe bildet da keine Aufnahme: An lauteren Stellen wirkt der Klang seiner Aufnahme weniger transparent als bei Studioaufnahmen möglich ist. Der Hörer aber, der in diese Musik eintauchen und das "Surround" eines Kirchenraumes bei dieser Musik erleben will, erlebt hier eine atmospärisch dichte Aufnahme, dunkel, raunend, sonor mit einer überzeugend eingefangenen Kirchenakustik. Schon gleich beim Kyrie fühlt sich der Hörer in die mystische Atmosphäre einer Messe versetzt, während das Gloria die ganze Bandbreite von lieblich bis heftig durchspielt. Das Tempo ist bedächtig im Andante (ab T. 65), die Musik kann atmen, wodurch auch natürliche Übergänge möglich sind, wie etwa bei T. 94 (poco a poco accelerando). Im langen majestätischen "Amen" wird der gewagte Klang dieses Schlusses spürbar: Er manifestiert gewissermaßen eine dissonante Ordnung. Im Allegro moderato des Credo  wirkt sich die Kirchenakustik eher nachteilig auf die Durchhörbarkeit der Partitur aus, vor allem an Stellen mit einer komplexeren Textur, obgleich Kargl das Tempo nicht übermäßig schnell nimmt - aber das "Et incarnatus est" (Adagio) bekommt durch dieselbe Akustik Tiefenwirkung, zu der auch der dunkle Orchesterklang wesentlich beiträgt. Effektvoll ist die Retardierung in T. 192 beim "Judicare"; sie steht zwar nicht in der Partitur, verleiht dem textlich bedeutsamen Passus aber Nachdruck. Im Sanctus gelingt dem mittelgroßen, sehr homogen singenden Chor (etwa 40 Sänger) in der ersten Hälfte (T. 1-27) ein schön ansteigendes Crescendo. Eindrucksvoll erklingt auch das wiederholte "benedictus" (ab 44) im Benedictus, das dem Satz etwas Bittendes, ja Drängendes verleiht. Das Agnus Dei schließlich ist von himmlischer - oder weniger "kirchli" formuliert, von berückender Schönheit. Das namenlose Blasorchester ergänzt in seiner Klangfarbe den Chor. Alles in allem eine Aufnahme, die den Hörer in ihren Bann zu ziehen vermag. 



 



Keiichi Asai
Kyoto Echo Choir
Aufnahmedatum:
Aufführungsdauer: (nur Credo)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores (The Golden Ten Years (1980-1989), CD 2)

Norbert Balatsch
Choeur et Orchestre Philharmonique de Radio France
Aufnahmedatum: 30.5.2000 Live (Paris, Salle Pleyel)
Aufführungsdauer: **32'52 (04'50, 06'17, 08'32, 02'59, 05'25, 04'49)
Ausgaben: CD: Radio France FRF006

Daniel Barenboim
English Chamber Orchestra u. John Alldis Choir
Aufnahmedatum: 2.+4.5.1974
Aufführungsdauer: (LP) *42'18 (09'06, 06'07, 10'22, 04'22, 06'25, 05'56), (EMI-CD) *42'42 (09'11, 06'11, 10'28, 04'26, 06'28, 05'58)
Ausgaben: LP: EMI ASD 3079, EMI 1C 063 02531, EMI EAC 80176, Angel 37112; CD: EMI 5 85508-2 (2 CD, mit Te Deum und Messe Nr. 3, u. Motetten unter Pitz)

Alexey Bazhenov
Municipal Academic Choir "Khreschatik", National Academic Brass Orchestra of Ukraine
Aufnahmedatum: ?
Aufführungsdauer: (nur Credo) *05'15
Ausgaben: Video: YouTube

Hans Christoph Becker-Foss
Solistenoktett (sic!): Irmgard Weber, Wiltrud de Vries (Sopran I u. II), Irmtraud Griebler, Manuela Mach (Alt I u. II), Lothar Blum, Bernhard Scheffel (Tenor I u. II), Erik Sohn, Achim Schwesig (Bass I u. II)
Göttinger Vokalensemble, Hamelner Kammerchor St. Nicolai, Bläserensemble Prisma, Christiane Klein (Orgel)
Aufnahmedatum: 13.6.2004 Live (Stadtoldendorf, St. Dionys)
Fassung/Partitur: Bearbeitung HC Becker-Foss (→ Bem.)
Aufführungsdauer: *36'39 (06'12, 06'07, 09'21, 03'06, 06'05, 05'48)
Ausgaben: CD: Musikwochen Weserbergland 2004 PJC-0404 (3 CD)
Bem.: Das Booklet bemerkt zu der Bearbeitung:
„1. Das Werk erklingt einen guten Halbton tiefer als notiert zu Gunsten klanglicher Entspanntheit. 2. Die zu Bruckners Zeiten üblichen ad-libitum-Verwendungen von Orgel und Kontrafagott führen zu mehr Tiefe und Klangfülle. 3. Der 40 Minuten gleichbleibende Klang von Chor und Bläsern wurde durch den Einsatz eines Solistenoktetts differenziert, womit die vorhandenen Strukturen von solistischen und Tutti-Abschnitten unterstrichen werden." Dadurch ändert sich allerdings der Klang dem Original gegenüber erheblich.

Ludwig Berberich
Münchner Domchor, Blasorchester u. Orgel (?)
Aufnahmedatum: Lovallo: ca. 1931
Fassung/Partitur: Schalk; die Orchesterpartitur ist um eine Orgel ergänzt worden.
Aufführungsdauer: (Auszüge aus der Messe: nur Gloria, Et incarnatus (Credo), Sanctus, Benedictus): *08'13, *03'35, *03'22, *07'15
Ausgaben: 78: Musica Sacra B 4521-3 (3 78), Ultraphone EP 242 (nur Gloria), Royale 567 (id.)
Bem.: Die Namen des Blasorchesters und des Organisten sind unbekannt.

Frieder Bernius
Kammerchor Stuttgart
Deutsche Bläserphilharmonie
Aufnahmedatum: 3./6.1.1991
Fassung/Partitur: Fs. 1882
Aufführungsdauer: *37'00 (07'28, 06'39, 09'02, 02'59, 05'42, 05'10)
Ausgaben: CD: Sony Classical SK 48037, Sony 49 6388 (nur Kyrie)

Matthew Best
Corydon Singers
English Chamber Orchestra Wind Ensemble
Aufnahmedatum: 4/1985
Aufführungsdauer: *41'05 (07'52, 06'37, 10'43, 03'33, 06'31, 05'49)
Ausgaben: LP: Hyperion 66177; CD: Hyperion CDA 66177, Hyperion CDS44071/3 (3 CD)

Neithard Bethke
Chor und Orchester des NDR Hannover
Aufnahmedatum: 2001
Aufführungsdauer:
Ausgaben: CD: Label unbekannt
Bem.: Die dürftigen Angaben stammen von Bethkes eigener Website (2009); Näheres ließ sich nicht in Erfahrung bringen.

Neithard Bethke
Chor und Orchester des NDR Hannover
Aufnahmedatum: 2005
Aufführungsdauer:
Ausgaben: CD: Label unbekannt
Bem.: Die dürftigen Angaben stammen von Bethkes eigener Website (2009); Näheres ließ sich nicht in Erfahrung bringen.

Georg Christoph Biller
Dresdner Kreuzchor, Thomanerchor Leipzig, Bläser des Gewandhausorchesters Leipzig
Aufnahmedatum: 2001 Live (Nürnberg, Lorenzkirche)
Aufführungsdauer: *31'58 (05'21, 06'17, 08'27, 02'21, 04'57, 04'36)
Ausgaben: Internet (YouTube)

Wolfgang Bruneder
Chorvereinigung Schola Cantorum, KünstlerEnsemble Wien
Aufnahmedatum: 23.11.2008 Live (Wien, Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften)
Aufführungsdauer: *31'29 (05'48, 06'18, 08'31, 02'01, 04'44, 04'07)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores - Pianissimo (Festkonzert 30 Jahre Schola Cantorum)

Andreas Cavelius
Vokalensemble St. Dionysius
Aufnahmedatum: 17.11.2007 Live (Krefeld, Pfarrkirche St. Dionysius)
Aufführungsdauer:
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores (nur chorintern)

Javier Corcuera
Coro de RTVE, Orquesta Sinfónica de RTVE
Aufnahmedatum: 4.4.2010 Live (Madrid, Teatro Monumental)
Aufführungsdauer: *36'22 (07'32, 06'38, 09'11, 02'53, 05'15, 04'53)
Ausgaben: Internet (YouTube)

Marcus Creed
SWR Vokalensemble Stuttgart, Bläser des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR
Aufnahmedatum: 26./30.3.2007
Fassung/Partitur: 1882
Aufführungsdauer: *38'08 (07'39, 06'21, 09'35, 03'33, 06'16, 04'44)
Ausgaben: CD: Hänssler Classic SACD 93.199

Gerhard Dallinger
Kammerchor Hortus Musicus Freiburg, Bläser der Wiener Symphoniker
Aufnahmedatum: 28.7.1996, Live (Bregenz, Theater am Kornmarkt, im Rahmen der Bregenzer Festspiele)
Fassung/Partitur: 1882
Aufführungsdauer: *33'10 (05'07, 05'00, 09'09, 02'18, 06'25, 05'11)
Ausgaben: CD: Edition Lade EL CD 029

Nicholas DeMaison
South Hadley Chorale with Orchestra
Aufnahmedatum: 15.3.2009 Live (South Hadley (MA), Abbey Memorial Chapel Mount Holeyoke College)
Fassung/Partitur: anscheinend Mischpartitur: Version für Chor, Blasorchester und Orgel, während der Notentext Haas oder Nowak folgt.
Aufführungsdauer: *37'23 (07'04, 06'12, 10'06, 03'10, 05'42, 05'09)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores (South Hadley Chorale Concert)

Rudolf Ewerhart
Santini-Kammerchor (Münster), Bläser-Ensemble "Pro Antonio"
Aufnahmedatum: 10.8.2003 Live (Köln, St. Pantaleon)
Aufführungsdauer:
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores (Kirchenmusik in St. Pantaleon Köln; nur chorintern?)

Klaus Fischbach
Trierer Domchor, Madrigalchor Klaus Fischbach, Bläsersolisten des RSO Saarbrücken
Aufnahmedatum: 11/1987 (Trierer Dom)
Fassung/Partitur: 2. Fassung
Aufführungsdauer: *36'38 (07'23, 06'40, 08'47, 03'03, 05'55, 04'50)
Ausgaben: CD: Sakral TDC/MCF 18 2001

Karl Forster
Chor der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin, Berliner Philharmoniker
Aufnahmedatum: 24.6.1956 (Katalog Michael Gray) (Weber: 1955)
Aufführungsdauer: *31'41 (06'08, 06'08, 08'36, 02'14, 04'48, 03'47)
Ausgaben: LP: HMV ALP 1567, HMV WCLP 530 (mit Te Deum), Electrola (Odeon) E 80010 (mit Te Deum), Electrola Da Capo C 047 01142M, EMI 047-01 142; CD: Beulah 1PD79 (zus. mit Te Deum), Collection Le Monde de la musique sacrée vol. 12 (2 CDs. zus. mit Te Deum unter Forster u. 3. Messe unter Grossmann)
Bem.: Ein genaues Aufnahmedatum ließ sich bisher nicht eruieren; anhand der Aufnahmenkartei von EMI-Deutschland lässt sich aber feststellen, dass Sanctus und Benedictus am 24.7.1956 aufgenommen wurden (unter den Katalognummern E40063 und 7EGW8368EP).

Laurent Gendre
Ensemble vocal DeMusica, Orchester?
Aufnahmedatum: 27.4.1996 Live (Fribourg, Eglise St. Michel)
Ausgaben: CD: Artlab 96456 (unverkäuflich)

Hiroshi Gibe
Nieuw Kamerkoor Aalst, Bläserensemble Reichenbrunn
Aufnahmedatum:
Aufführungsdauer: 52'09 (09'55, 08'38, 11'54, 04'27, 08'40, 06'35) (??)
Ausgaben: CD: MNA JP 1100 

Hans Gillesberger
Wiener Kammerchor, Bläser des Orchesters der Wiener Staatsoper
Aufnahmedatum: 1964
Fassung: ‘Originalfassung' 1866 (?)
Aufführungsdauer: (Tuxedo) *35'54 (07'02, 06'26, 08'55, 02'50, 05'48, 04'53)
Ausgaben: LP: Lyrichord LL 136, Lyrichord LLST 7136, Christophorus CGLP 75823, Christophorus SCGLP 75824, Christophorus FGLP 77722; CD: Tuxedo Music TUXCD 1031
Bem.: Weber weist diese Aufnahme dem "Vienna Academic Chamber Choir" zu, die Tuxedo-CD gibt statt des Namens eines Chores das "Wiener Kammerorchester" an... Die Gramophone-Rezension von 1966 gibt korrekt den Wiener Kammerchor an, das Christophorus-Cover hingegen den "Wiener Akademie-Kammerchor"...

Michael Gläser
Chor und Bläser des Bayerischen Rundfunks
Aufnahmedatum: 1993
Aufführungsdauer: (nur Kyrie und Gloria:) *07'46, *06'35
Ausgaben: CD des Bayerischen Rundfunks (Sommerkonzerte zwischen Donau und Altmühl), Highlights ´93

Wolfgang Gönnenwein
Süddeutscher Madigalchor Stuttgart, Sinfonieorchester des SWF Baden Baden
Aufnahmedatum: 1./2.12.1970 (Weber: 1971)
Aufführungsdauer: *38'02 (06'54, 07'40, 09'47, 03'00, 06'02, 04'49)
Ausgaben: LP: Electrola C 063 29061, EMI 137-290 526-3 (2 LP); CD: EMI 637-252 253-2 (2 CD), EMI CZS 25 2902 2 (2 CD, mit Messe Nr. 3 unter Forster und Motetten unter Pitz)

Michael Gormley
CapriCCio Vocal Ensemble, Bläser der Victoria Symphony
Aufnahmedatum: 10.6.2003+1.3.2004 (Christ Church Cathedral Victoria, British Columbia)
Aufführungsdauer: *35'01 (06'24, 06'14, 09'09, 02'39, 05'51, 04'44)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores

Uwe Gronostay
Philharmonischer Chor Berlin, Bläser der Berliner Philharmoniker
Aufnahmedatum: 12.11.1991 Live (Berlin, Philharmonie)
Aufführungsdauer: **33'13 (06'41, 05'43, 08'51, 02'36, 04'58, 04'24)
Ausgaben: mp3: Luna LU-1023 (Download von Opera-Club.net, 3 CD)

Georg Grün
KammerChor Saarbrücken, Bläser der Kammerphilharmonie Mannheim
Aufnahmedatum: 1./3.2.2008
Aufführungsdauer: *36'23 (07'34, 06'01, 09'34, 03'27, 05'01, 04'46)
Ausgaben: CD: Carus 83.414

Karl-Gustaf Gunneflo
Oratoriekören Skara Domkyrka, Per-Åke Bergman (vermutlich) (Orgel)
Aufnahmedatum: Frühling 1983
Aufführungsdauer: (nur Kyrie) *09'14
Ausgaben: LP: Ausgabe des Chores SK 8301 (Musik i Skara)
Bem.: Das Blasorchester ist durch eine Orgel ersetzt worden.

Enoch zu Guttenberg
Tschechischer Philharmonischer Chor Brünn, Tschechische Staatsphilharmonie Brünn
Fassung/Partitur: 1882
Aufnahmedatum: 27.4/1.5.1995
Aufführungsdauer: *37'17 (08'28, 05'30, 08'42, 03'35, 05'43, 05'19)
Ausgaben: CD: Sony SK 62 278

Simon Halsey
City of Birmingham Symphony Orchestra-Chorus & Bläserensemble
Aufnahmedatum: 2./4.3.1990
Fassung/Partitur: rev. 1882
Aufführungsdauer: *39'49 (07'52, 05'42, 09'52, 03'45, 06'48, 05'50)
Ausgaben: CD: Conifer CDCF 192, Conifer 74321 17917 2, RCA/BMG 17917-2

Hans Hausreither
Chor des Borg Hegelgasse 12, Chor der RPA Wien, Instrumentalensemble
Aufnahmedatum: 6/1996 Live
Fassung/Partitur: 1. Fassung 1866
Aufführungsdauer: *28'02 (03'53, 05'05, 07'44, 01'48, 05'01, 04'31)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Borg
Bem.: Ersteinspielung der Urfassung; Live-Schulchoraufführung

Philippe Herreweghe
Collegium Vocale Gent / Chapelle Royale Paris, Ensemble Musique oblique
Aufnahmedatum: 11/1989
Aufführungsdauer: *35'32' (06'26, 05'38, 09'36, 02'16, 05'59, 05'37)
Ausgaben: Harmonia Mundi France HMC 901322, Harmonia Mundi France HMX 2981322 HM 65, Harmonia Mundi France HMX 2908123 (nur Benedictus)

Nishiya Hideki
Hirosaki University Philharmonic Chorus
Aufnahmedatum:
Ausgaben: CD: Brain [sic] BOSR-5004
Bem.: Übersetzung aus dem Japanischen von Google 

Helmut A.T. Hoffmann
Bezirkskantorei Überlingen
Aufnahmedatum:
Fassung/Partitur: Bearbeitung für 8 Bläser, Streicher und Chor
Aufführungsdauer:
Ausgaben: CD: Bezirkskantorei Überlingen (nicht öffentlich zugänglich)

Theodor Holthoff
Domkantorei Paderborn, Bläser der Philharmonie
Aufnahmedatum: 24.3.1998 Live (Domkonzert, Paderborner Dom)
Ausgaben: CD: Musicom

Johannes Hömberg
Pro Musica Köln Chor und Bläser
Aufnahmedatum: 1972?
Aufführungsdauer: (nur Kyrie) *07'50
Ausgaben: LP: Opus Musicum OM 201/03 (Anthologie The Mass, 3 LP), Arno Volk Verlag 101-3 (Die Messe, 3LP) 

Thomas Honickel
wuppertaler vokalensemble, junges philharmonisches orchester wuppertal
Aufnahmedatum: 16.11.1997 Live (Benediktinerkloster Maria Laach)
Aufführungsdauer: *34'39 (06'24, 05'50, 09'03, 02'26, 05'53, 05'03)
Ausgaben: CD: GOSI Records GMC 10201

Masahiro Honzyou
Matsushita Central Choir, Keiko Kumagai (Klavier)
Aufnahmedatum: 1992
Aufführungsdauer: (nur Gloria)
Ausgaben: CD: Brain [sic] BOCD-9203 (44. Japanischer Chorwettbewerb)
Bem.: Übersetzung aus dem Japanischen von Google 

Masahiro Honzyou
Matsushita Central Choir, Keiko Kumagai (Klavier)
Aufnahmedatum: 1999?
Aufführungsdauer: (nur Credo)
Ausgaben: CD: CB172 (Label?) (49. japanischer Chorwettbewerb)
Bem.: Übersetzung aus dem Japanischen von Google

Donald P. Jenkins
The Colorado College Choir and Orchestra
Aufnahmedatum: 10.4.1966 Live (Shove Chapel)
Aufführungsdauer: *33'41 (06'04, 06'04, 09'14, 02'42, 05'18, 04'19)
Ausgaben: LP: Ausgabe des College KCMS 1277 (Spring Concert)
Bem.: Die LP ist technisch von unbefriedigender Qualität.

Kenneth Jewell
Kenneth Jewell Chorale, The Interlochen Arts Academy Wind Ensemble
Aufnahmedatum: unbekannt, vermutlich Anfang der 1970er Jahre, vielleicht aber noch früher (Detroit, Orchestra Hall)
Aufführungsdauer: *35'19 (07'44, 06'04, 08'24, 02'09, 06'02, 04'56)
Ausgaben: LP: Ausgabe des Chores KJC
Bem.: Obgleich es sich hier um einen (damals) bekannten Chor handelt, ließen sich keine genaueren Daten ermitteln; 1974 war allem Anschein nach bereits Jewells Nachfolger Eric Freudigman im Amt.

Eugen Jochum
Chor und Mitglieder des Sinfonieorchesters des Bayerischen Rundfunks
Aufnahmedatum: 2/1971
Fassung/Partitur: rev. 1882, Haas
Aufführungsdauer: *43'02 (08'56, 06'23, 10'55, 03'50, 06'55, 06'03)
Ausgaben: LP: DG 2530 139, DG 2720 054 (5 LP); CD: DG 423 127-2 (4 CD), DG POCG-3511/4 (4 CD), DG 447 409-2 (2 CD, mit 1. u. 3. Messe), DG POCG-3613/4 (2 CD, mit 1. u. 3. Messe)

Herbert von Karajan
Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde Wien, Bläser der Berliner Philharmoniker
Aufnahmedatum: 18.5.1975 Live (Salzburg, Großes Festspielhaus; Pfingstkonzerte Salzburg 1975)
Aufführungsdauer: *43'10 (08'05, 06'38, 11'09, 03'40, 07'10, 06'28
Ausgaben: CD: Disco Archivia 1141 (zus. mit 4 Motetten unter Froschauer), World Music Express WME-S-1174 (idem)
Bem.: Die CD-Rs des Labels Disco Archivia repräsentieren durch manchmal fehlende Informationen über die Interpreten und sogar Titel der einzelnen Werke, durch fehlendes Label-Etikett und fehlendes Cover die primitivste Stufe einer Piraten-Ausgabe. Oft fehlen Tracks für die einzelnen Sätze; manchmal segeln die Aufnahmen unter falscher Flagge und stimmt weder der Name des Orchesters und/oder der des Dirigenten noch das Aufführungsdatum bzw. -jahr! Rundfunkmitschnitt mit schlechter Klangqualität

Otto Kargl
Domkantorei St. Pölten, cappella nova graz, ein Blechbläserensemble
Aufnahmedatum: 6./7.9.2013 Live (St. Pölten, Domkirche)
Fassung/Partitur: 2. Fassung
Aufführungsdauer: *38'04 (07'19, 06'48, 09'34, 02'50, 06'05, 05'28)
Ausgaben: CD: ORF CD 3174

Mitobe Katsumi
Kanazawa University Choir
Aufnahmedatum:
Ausgaben: CD: Brain [sic] BOSR-6204

Sigvards Klava
T. Kalnina Chor, J. Vitola Chor der Studenten der Musikakademie, Kammerchöre "Versija", "Sindi Putnu Darzs", „Consum", EDSMV und Knabenchor des Rigaer Domes
Aivars Kalçjs (Orgel), Blasorchester
Aufnahmedatum: 4/1991 Live? (Auditorium Maximum der Staatlichen Universität von Lettland)
Aufführungsdauer: *38'51 (07'00, 06'47, 10'25, 03'17, 05'50, 05'32)
Ausgaben: LP: RiTonis Stereo 3-030-C-1

Johannes Kleinjung
Universitätschor München
Collegium Musicum München
Aufnahmedatum: 6.2.2011 Live (München, Große Aula der LMU)
Aufführungsdauer: *35'29 (07'18, 06'30, 09'28, 03'16, 05'44, 05'11)
Ausgaben: Video: YouTube 

Alois Koch
Chor der St.-Hedwigs Kathedrale, Bläser des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin
Aufnamedatum: 19./20.10.1996
Fassung/Partitur: überarbeitete Fs. 1882
Aufführungsdauer: *35'22 (05'47, 07'37, 09'16, 02'44, 05'49, 04'09)
Ausgaben: CD: Ars Musici 1186-2

Hermann Kreutz
Kammerchor Münster, Bläser des Städtischen Sinfonieorchesters Münster
Aufnahmedatum: 27.11.2007 Live (Rheda-Wiedenbrück, St. Clemenskirche)
Fassung/Partitur: 1882
Aufführungsdauer: *37'41 (07'11, 06'35, 09'05, 03'19, 06'18, 05'13)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores

Leopold Kron
Bruckner Chor Linz, Linzer Bläserensemble
Aufnahmedatum: ca. 1977 (P 1978)
Aufführungsdauer: *35'45 (06'59, 06'24, 08'51, 02'51, 05'48, 04'52)
Ausgaben: LP: CMS/Summit SUM 5034

Imai Kunio
Harmony Greenwood
Aufnahmedatum:
Ausgaben: CD: Brain [sic] BOSR-6107
Bem.: Übersetzung aus dem Japanischen von Google 

Stephen Layton
Polyphony Choir, Britten Symphony
Aufnahmedatum: 3./5.1.2007
Fassung/Partitur: 2. Fassung
Aufführungsdauer: *36'14 (06'03, 05'43, 09'01, 03'25, 05'58, 06'14)
Ausgaben: CD: Hyperion CDA 67629

Ricardo Luna
Schola Cantorum, Ensemble
Aufnahmedeatum: 2.11.2011 Live (Wien, Karlskirche)
Aufführungsdauer: (nur Credo) *09'42
Ausgaben: Video: Website Ricardo Luna, YouTube

Ingemar Månsson
Hägersten Motet Choir, Orchester (ad hoc?) 
Aufnahmedatum: 6.+20.4+4.5.1991
Fassung/Partitur: 1882, Nowak
Aufführungsdauer: *42'04 (07'21, 07'44, 09'42, 03'22, 07'04, 06'51)
Ausgaben: CD: Caprice CAP 21420
Bem.: Der Name des Orchesters fehlt auf Cover und Beiheft, im Beihefttext werden nur die Namen der einzelnen Mitglieder aufgezählt..

Ralph S. March
Dallas Catholic Choir, Twin Cities Catholic Chorale, Paul Manz (Orgel)
Aufnahmedatum: 20.9.1970 Live (St. Paul/Minnesota, St. Agnes Church)
Fassung/Partitur: Transkription der Orchesterpartie für Orgel von Vinzenz Goller
Aufführungsdauer: *36'23 (06'49, 06'34, 09'46, 02'48, 05'40, 04'46)
Ausgaben: LP: Wanderer Forum Recordings WFR 102

Joachim Martini
Junge Kantorei Darmstadt, Bläser der Wiener Symphoniker
Aufnahmedatum: 13./17.4.1971
Fassung/Partitur: 1882
Aufführungsdauer: *29'04 (04'41, 05'44, 07'56, 02'11, 04'44, 03'48)
Ausgaben: LP: BASF MPS 16 8008, BASF MPS 20 21336-6, BASF KMB 21336; CD: MCA/SEON 67021

Norbert Matsch
Linzer Domchor, Bläser des Linzer Domorchesters, Wolfgang Kreuzhuber (Orgel)
Aufnahmedatum: 1.5.2005 Live (Linz, Dom)
Fassung/Partitur: 1. Fs. 1866
Aufführungsdauer: (nur Gloria) *06'05
Ausgaben: mp3: Website des Chores

Zubin Mehta
Chor der Wiener Staatsoper, Wiener Philharmoniker
Aufnahmedatum: 15./22.6.1976 (Katalog Michael Gray: 12.12.1976)
Aufführungsdauer: *33'43 (06'34, 05'49, 08'30, 02'35, 05'41, 04'34)
Ausgaben: LP: London OS 26506, London SLA 1158, Decca 6.42395, Decca SXL 6837; CD: Decca 455 035-2, Decca Ovation 425 075-2, King KICC 8166

Carl Melles
ORF-Chor und Orchester
Aufnahmedatum: P 1978
Aufführungsdauer: *37'02 (08'40, 06'36, 08'51, 03'11, 04'56, 04'48)
Ausgaben: LP: Classical Excellence CE 11024

Xaver Meyer
Wiener Madrigalchor
Aufnahmedatum: 10/1995
Aufführungsdauer: (nur Kyrie) *07'02
Ausgaben: CD: Preiser 90281
Bem.: Ohne Orchesterbegleitung; dies entspreche, so das Beiheft, dem ersten Entwurf Bruckners.

Johannes Michel
Kammerchor Mannheim, Bläserensemble der Sinfonietta Mannheim
Aufnahmedatum: 18.12.2005 Live (Mannheim, Christuskirche)
Aufführungsdauer: *30'41 (05'52, 04'49, 09'18, 02'37, 03'58, 04'07)
Ausgaben: CD: Soft Sound Music

Sugiyama Minoru
Keiyo Philharmonic Chorus
Aufnahmedatum:
Ausgaben: CD: Columbia PLS-263-CP
Bem.: Übersetzung aus dem Japanischen von Google 

Daniel Moe
The University of Iowa Oratorio Choir and Wind Ensemble
Aufnahmedatum: 1964?
Aufführungsdauer: *33'01 (06'23, 06'16, 08'54, 02'13, 04'48, 04'27)
Ausgaben: LP: Century Records 21059 (Choral Music at Iowa, vol. 4)
Bem.: Im Besitz der Universitätsbibliothek; das Aufführungsdatum beruht auf einer Schätzung der Bibliothek.

Kurt Neuhauser
Chor Abt. Musikpädagogik Musikhochschule Graz, Grazer Vokalensemble, Cantores Dei, Chor Kirchenmusikverein Hartberg, Stiftschor Seitenstetten, Bläserensemble Grazer Musikhochschule
Aufnahmedatum: 1.6.1996 Live (Stiftskirche Seitenstetten NÖ)
Aufführungsdauer: *36'55 (06'36, 05'59, 10'10, 02'59, 06'07, 05'04)
Ausgaben: CD: Blue Rain BR 2035-2 (Gedenkkonzert 1000 Jahre Österreich - 100. Todesjahr Anton Bruckners)

Roger Norrington
Peter Hall (Tenor), Schütz Choir London, Philip Jones Wind Ensemble
Fassung/Partitur: 1882
Aufnahmedatum: 2.4.1973
Aufführungsdauer: *40'05 (07'16, 06'58, 11'02, 03'02, 06'03, 05'44)
Ausgaben: LP: Argo ZRG 710; CD: London/Decca 430365, Philips 455035
Bem.: Der Name des Solisten bezieht sich auf die beiden Einsätze im Gloria und Credo.

Hermann Odermatt
Gregorius-Chor u. Orchester der Liebfrauenkirche Zürich
Aufnahmedatum: 1930
Ausgaben: 78: Christschall 37-41

Erwin Ortner
Arnold-Schoenberg-Chor Wien, Wiener Kammerbläser
Aufnahmedatum: 4./5.7.1979 (Internationale Chorakademie Krems)
Fassung/Partitur: 1882
Aufführungsdauer: *33'12 (04'45, 05'57, 08'38, 02'50, 06'06, 04'56)
Ausgaben: LP: PAN 0120 346

Erwin Ortner
Chor der Internationalen Chorakademie '99, Bläser des Niederösterreichischen Kammerorchesters
Aufnahmedatum: 17.7.1999 Live (Stiftskirche Melk)
Aufführungsdauer: *30'38 (04'28, 06'01, 08'54, 01'57, 04'48, 04'40)
Ausgaben: CD: da capo 68.24860

Donald Palumbo
Chorus pro Musica, Freelance Bläser aus der Region Boston
Aufnahmedatum: 14.3.1980 Live (Boston, Old South Church)
Fassung/Partitur: 1882
Aufführungsdauer: (nur Kyrie) *07'19
Ausgaben: mp3: Website des Chores

Ken Pangyo
Philharmonic Chorus
Aufnahmedatum:
Ausgaben: CD: Brain [sic] BOSR-6305
Bem.: Übersetzung aus dem Japanischen von Google 

Gilbert Patenaude
Les Petits Chanteurs du Mont-Royal, Ensemble d'instruments à vent (Montréal)
Aufnahmedatum: 1996
Aufführungsdauer: *35'09 (06'24, 05'26, 09'49, 02'46, 06'00, 04'44)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores PCMR-010
Bem. Der Chor ist auch unter dem Namen „Montis Cantoris" bekannt.

Rudolf Pohl
Vereinigte Domchöre der Bundesrepublik Deutschland, Orchester?
Aufnahmedatum: 4.6.1980 Live (Berlin)
Aufführungsdauer: x (-, -, 09'50, 02'50, 05'40, -)
Ausgaben: LP: EOM 12536/7 (86. Deutscher Katholikentag, Berlin 1980, Tondokumentation, 2 LP)
Bem.: Kyrie und Agnus Dei fehlen.

Valeri Polyansky
Russian State Symphonic Cappella, Russian State Symphony Orchestra
Aufnahmedatum: 2/1997
Fassung/Partitur: 1924
Aufführungsdauer: *41'43 (09'28, 05'44, 10'36, 03'24, 06'15, 06'16)
Ausgaben: CD: Chandos CHAN 9863

Wadim Ptscholkin
Knabenchor St. Petersburg
Aufnahmedatum: ca. 2000
Aufführungsdauer:  (Nur Kyrie) 07'31
Ausgaben: CD: KCSTP-V-1000 (Vocalis)
Bem.: Allem Anschein nach handelt handelt es sich um eine a cappella-Aufführung. Da sich der Chor außerdem nur aus Knabenstimmen zusammensetzt, muss es sich um eine Bearbeitung handeln.

Christian-Markus Raiser
Coro Piccolo Karlsruhe, Mitglieder des Landesblasorchesters Baden-Württemberg
Aufnahmedatum: 1.11.2005 Live (Offenburg, Evangelische Stadtkirche)
Fassung/Partitur: 2. Fassung 1882
Aufführungsdauer: *37'45 (07'26, 06'55, 08'48, 03'17, 06'10, 05'09)
Ausgaben: CD: ABW Classics ABW 1004

Theodor B. Rehmann
Aachener Dom-Chor, Bläser der Staatskapelle Berlin
Aufnahmedatum: 17.7.1936 (Berlin); Weber und Mark Kluge (im CD-Beiheft zu M&A CD-1086) geben 1938 an, Michael Gray 1.4.1938.
Fassung/Partitur: Erstdruckausgabe (Schalk)
Aufführungsdauer: *41'38 (08'02, 07'07, 10'24, 03'04, 07'05, 05'56)
Ausgaben: 78: Victor DM-596 (Box von 6 78), Victor 15583/8, Electrola DB 4525-30, Electrola DB 8563/8
Bem.: Das Orchester wird auch als „Bläser der Berliner Staatsoper" bezeichnet. Lovallo gibt als Orchester die Berliner Symphoniker an; diese existieren allerdings erst seit 1966. Zum Aufführungsort Berlin vgl. August Brecher, Musik im Aachener Dom in zwölf Jahrhunderten, Aachen 1998, S. 115).

Anton Reinthaler
Linzer Domchor, Bläser des Domorchesters Linz
Aufnahmedatum: 4.7.2000 Live (Linzer Dom)
Fassung/Partitur: 2. Fs. 1882
Aufführungsdauer: *35'06 (06'31, 06'48, 09'12, 02'51, 05'06, 04'38)
Ausgabe: CD: Ausgabe des Domchors

Helmuth Rilling
Gächinger Kantorei Stuttgart, Figuralchor der Gedächtniskirche Stuttgart, Bach-Collegium Stuttgart, Spandauer Chöre
Aufnahmedatum: 3/1966
Fassung/Partitur: 2. Fs. 1882, Nowak
Aufführungsdauer: *43'50 (07'19, 08'46, 09'53, 03'13, 07'18, 07'21)
Ausgaben: LP: Musicaphon-Bärenreiter BM 30 SL 1330, CMS/Oryx 3C 320, Three Centuries of Musick 3C 320, Peerless 3C 320; CD: Cantate Musicaphon Records C57624, Hänssler Profil PH 13007 (Anton Bruckner - The Collection, 20 CD, vol. 13)
 

Helmuth Rilling
Gächinger Kantorei Stuttgart, Bach Collegium Stuttgart
Aufnahmedatum: 7./12.9.1996
Fassung/Partitur: 1882
Aufführungsdauer: *40'59 (07'12, 08'26, 09'57, 03'00, 06'11, 06'13)
Ausgaben: CD: Hänssler 98.119, Hänssler Classic Laudate 98.460 (Romantic Choral Music, zus. mit 3. Messe u. Psalm 150; 8 CD), Brilliant Classics 92002 (3 CD, zus. mit 1. (Matt) u. 3 Messe, Te Deum und Psalm 150)

Heinz Rögner
Rundfunkchor Berlin / RSO Berlin (Ost)
Fassung 1882
Aufnahmedatum: 9+10.1988
Aufführungsdauer: (BC) *34'45 (07'51, 05'35, 09'00, 03'13, 04'02, 05'04)
Ausgaben: CD: Ars Vivendi 2100 172, Berlin Classics 0092482BC (zusammen mit Te Deum), Deutsche Schallplatten TKCC-15039, ART 3983-2 (2 CD, nur Kyrie), Berlin Classics BER 184632 (2 CD, zusammen mit Te Deum und 3. Messe), Berlin Classics 0300150 BC (Stimmt an die Saiten. Choredition - Das 19. Jahrhundert; nur Kyrie), Brilliant Classics 94669 (3 CD, zus. mit Messe Nr. 1 unter Matt, Messe Nr. 3 und Te Deum unter Rögner)  

Freitag [sic] Osamu Sassa
Choir Japan's Industrial Bank
Aufnahmedatum:
Ausgaben: CD: Columbia PLS-261-CP
Bem.: Übersetzung aus dem Japanischen von Google

James Savage
Cathedral Choir of St. James Seattle, Cathedral Brass, Seattle, Woodwinds of the Cathedral Chamber Orchestra, Seattle
Aufnahmedatum: 15.11/6.12.1995
Aufführungsdauer: (nur Agnus Dei) 06'06
Ausgaben: CD: Ambassador Recordings ARC 1018 (1000 Years of Great Music for Great Cathedrals)

Robert Suderburg
Philadelphia Music Academy Chorus & Orchestra
Aufnahmedatum:
Ausgaben: CD: Williams College Archives & Special Collections, Box 23, CD S-30
Bem.: Vermutlich nur beschränkt zugänglich 

Rolf Schweizer
Motettenchor Pforzheim, Stuttgarter Bläservereinigung
Aufnahmedatum: P 1992
Aufführungsdauer: (Jägel) *34'32 (06'21, 06'08, 09'46, 02'26, 05'07, 04'44)
Ausgaben: CD: Mediaphon MED 72 137, Jägel 25407-50, Columbia River Entertainment Group CRG-1374 (The Great History of Austrian Classical Music, Disc 1; nur Kyrie, Gloria und Agnus Dei); Video: The Magic of Light, Awika Videos CM 9501 (Begleitmusik); DVD: Medusa Entertainment International 8547

Yamase Hiroshi Shingo
High School Choir Kanazawa
Aufnahmedatum:
Ausgaben: CD: Columbia GZ-7064

Honma Shiroo
FK Philharmonic Chorus
Aufnahmedatum:
Ausgaben: CD: Brain [sic] BPP-5764
Bem.: Übersetzung aus dem Japanischen von Google 

Stanislaw Skrowaczewski
Tschechischer Chor Brno, RSO Saarbrücken
Aufnahmedatum: 7.6.2002 Live (Saarbrücken, Congresshalle)
Aufführungsdauer: **38'39 (07'30, 06'32, 09'01, 03'08, 06'20, 06'08)
Ausgaben: CD: Sounds Supreme 2S 092

Paul Spicer
Whitehall Choir, Brandenburg Sinfonia, Jonathan Williams (Tenor, Vorsänger in Gloria und Credo)
Aufnahmedatum: 27./28.1.2007
Fassung/Partitur: 2. Fassung 1882
Aufführungsdauer: *32'52 (06'05, 05'21, 08'48, 02'47, 05'28, 04'23)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores Whitehall WHC 1

Hannes Steinwender
Chor des Kirchenmusikvereines Hartberg, Scholae Musici Cantores, Ensemble Aerophonic
Aufnahmedatum: 5..5.2007 Live (Hartberg, Stadtpfarrkirche)
Fassung/Partitur: 1882
Aufführungsdauer: *33'10 (05'48, 05'37, 09'07, 02'52, 05'12, 04'34)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores (Austro Mechana)

Sekiya Susumu
Call Bürger Shonan [sic], Arakawa Isao (Orgel)
Aufnahmedatum: 1974
Aufführungsdatum: (nur Credo)
Ausgaben: LP: Nippon Columbia (26. japanischer Chorwettbewerb)
Bem.: Übersetzung aus dem Japanischen von Google 

Asai Takashi
Echo-Choir Kyoto, Klavierbegleitung
Aufnahmedatum: 6/1989
Aufführungsdauer: (nur Credo)
Ausgaben: CD: Brain [sic] BOCD-8904 (41. Japanischer Chorwettbewerb)
Bem.: Übersetzung aus dem Japanischen von Google 

Asai Takashi
Sumitomo Metal Philharmonic Chorus, Huzisawa Atsuko (Klavier)
Aufnahmedatum: 1991
Aufführungsdauer: (nur Credo)
Ausgaben: CD: Brain [sic] 9103 (43. japanischer Chorwettbewerb)
Bem.: Übersetzung aus dem Japanischen von Google 

Asai Takashi
Koma Kusa Doshisha Philharmonic Choir
Aufnahmedatum:
Ausgaben: CD: Brain [sic] BOSR-6107

Koyama Teiko
Higashimatsuyama Yungerukoru
Aufnahmedatum:
Ausgaben: CD: Brain [sic] BOSR-6108
Bem.: Übersetzung aus dem Japanischen von Google 

David Temple
Hertfordshire Chorus, Aurelian Wind Ensemble
Aufnahmedatum: 18.4.2009 Live (Potters Bar, St. Mary's Church)
Aufführungsdauer: 34'49 (06'19, 05'19, 08'40, 03'25, 05'05, 06'01)
Ausgaben: CD: Astounding Sounds

Max Thurn
Chor und Orchester der Hamburger Staatsoper
Aufnahmedatum: 10.6.1938 (Katalog Michael Gray; Mark W. Kluge gibt im Beiheft zur M&A-CD-1086 1938 an)
Fassung/Partitur: Erstdruckausgabe (Schalk)
Aufführungsdauer: *37'55 (07'11, 07'05, 10'04, 01'57, 06'08, 05'30)
Ausgaben: 78: Telefunken E 2607-11 (5 78-Platten), Capitol 81715; LP: Telefunken LGX 66033, Telefunken LSK 7029, Capitol P 8004 

Winfried Toll
Camerata Vocale Freiburg, Bläser von L'Arpa Festante (Originalinstrumente)
Aufnahmedatum: 28./30.3.2008
Aufführungsdauer: *39'52 (08'21, 06'31, 10'22, 03'27, 05'47, 05'24)
Ausgaben: CD: Ars Musici 232828

Vijay Upadhyaya
Chor der Universität Wien, Bläserensemble des Joseph-Haydn-Konservatoriums Eisenstadt
Aufnahmedatum: 25./29.3.2003
Fassung/Partitur: 1882
Aufführungsdauer: *40'53 (08'23, 07'12, 09'50, 03'22, 06'29, 05'37)
Ausgaben: CD: Usha Records 111 9002

Yuval Waldman
Millennium Festival Orchestra and Chorus
Aufnahmedatum: 5/1999
Aufführungsdauer: (nur Gloria) *07'34
Ausgaben: CD: Centaur CRC 2528 (Perillo's Magnificat with Other Choral Masterpieces)

Ole Irenäus Wierød
Den jyske Operas Kor, Anders Riber (Orgel)
Aufnahmedatum: 11.9.1985 Live (Aarhus Festuge, Arhus Domkirke)
Fassung/Partitur: Transkription der Orchesterpartie für Orgel
Aufführungsdauer: *34'34 (06'53, 06'07, 09'33, 02'53, 04'50, 04'18)
Ausgaben: Video: YouTube (GodKormusik/GuteChormusik)
Bem.: Der Kommentar zu der betreffenden Aufnahme gibt an, dass es sich hier um Bruckners eigene Transkription der Bläserpartie für Orgel handle...

Friedrich Wolf
Chorvereinigung St. Augustin Wien und Orchester
Aufnahmedatum: 5/6.1996 Live (Wien, Jesuitenkirche)
Aufführungsdauer: *33'56 (06'14, 06'20, 09'24, 02'18, 05'17, 04'23)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores

Hellmut Wormsbächer
Bergedorfer Kammerchor, Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg
Aufnahmedatum: P 1973
Aufführungsdauer: *35'20 (07'12, 06'14, 08'55, 02'58, 05'29, 04'32)
Ausgaben: LP: Telefunken 6.41297, Telefunken 447409, Telefunken SAT 22545; CD: eigene Ausgabe des Chores

Ishii Yasuo
Shigunasu Capella Choir
Aufnahmedatum:
Ausgaben: Brain [sic] BOSR-5008
Bem.: Übersetzung aus dem Japanischen von Google 

Takagi Yoshiyuki
Matsushita Central Choir, Teiko Kumagai (Klavier)
Aufnahmedatum: 1991
Aufführungsdauer: (nur Credo)
Ausgaben: CD: Brain [sic] 9105 (43. japanischer Chorwettbewerb)
Bem.: Übersetzung aus dem Japanischen von Google 

Elisabeth Zottele
Chor der Kalvarienberg-Kirche Wien, Mitglieder des RSO Bratislava
Aufnahmedatum: 2001 Live
Aufführungsdauer: *35'40 (06'03, 07'37, 10'05, 02'27, 05'01, 04'27)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores


Übungs-CD:
Ausgabe: CD: Choraline (ohne Nummer)
Bem.: Die einzelnen Sätze der Messe werden in einzelne Abschnitte und je nach Stimme (SATB) aufgeteilt und können so eingeübt werden. Die Begleitung wird, so die Information des Labels, von einem Orchesterinstrument, etwa der Orgel, übernommen.